Klinikum Burgenlandkreis

Klinikum Burgenlandkreis: Medizinstudenten zu besonderer Visite eingeladen

Naumburg - Was die Zukunft bringen könnte, das schauten sich gestern aus nah und fern in den Burgenlandkreis gereiste Studenten an. Nein, sie richteten ihren Blick nicht gebannt auf eine Glaskugel, sondern folgten der Einladung des Klinikums Burgenlandkreis, sich während der Zukunftsvisite in den Kliniken Naumburg und Zeitz umzuschauen.

Von Jana Kainz 23.03.2018, 18:44

Was die Zukunft bringen könnte, das schauten sich gestern aus nah und fern in den Burgenlandkreis gereiste Studenten an. Nein, sie richteten ihren Blick nicht gebannt auf eine Glaskugel, sondern folgten der Einladung des Klinikums Burgenlandkreis, sich während der Zukunftsvisite in den Kliniken Naumburg und Zeitz umzuschauen. Chefärzte führten durch ihre Bereiche, gaben Einblicke in ihren Berufsalltag und beantworteten Fragen. Auch Medizinstudenten im Praktischen Jahr (PJ) berichteten von ihren Erfahrungen vor Ort. Ziel der besonderen Visite ist es, unter den Studenten Kollegen in spe zu gewinnen.

Vorzüge an kleinen Häusern

Das Konzept scheint sich zu bewähren. Zwei Berliner Medizinstudenten beispielsweise entschieden sich nach solch einer Zukunftsvisite für eine Ausbildung am hiesigen Klinikum. Das war vor zweieinhalb Jahren. Damals waren Johanna Heidgen und Sören Koschek, die an der Berliner Charité Medizin studierten, über eine E-Mail im Studentenverteiler auf diese Veranstaltung aufmerksam geworden. Hinter Koschek lagen bereits zwölf Jahre Berufsleben als Krankenpfleger bevor er 39-jährig sich entschloss, Medizin zu studieren. „Damals habe ich auch in kleineren Häusern gearbeitet und gesehen, dass es auch anders geht, man schneller mit Ärzten und Oberärzten persönlich in Kontakt kommen kann als an großen Kliniken“. An denen herrsche ein raues Klima, ginge es nicht familiär zu, weiß das verlobte Paar. Da sei man ein PJler unter vielen, habe seine festen Aufgaben und wenig Unterricht.

Studenten gut betreut

Während ihrer Zukunftsvisite 2015 hatten sie den Eindruck, dass es in Naumburg und Zeitz familiär zugeht, die Studenten an die Hand genommen und in den klinischen Tag eingebunden werden. So entschieden sich die beiden, ihr letztes PJ-Tertial und die anschließende fünfjährige Assistenzarztzeit am Klinikum Burgenlandkreis zu absolvieren. Anfang des Jahres traten sie in Naumburg ihren „Dienst“ an.

„Unsere Eindrücke haben sich bestätigt. Hier habe ich einen Namen und bin nicht nur der PJler und werde sogar bezahlt“, so Koschek. „Wir wurden liebevoll in unseren Teams aufgenommen“, bestätigt Johanna Heidgen. Die 26-Jährige lässt sich zur Fachärztin in der Kinder- und Jugendmedizin ausbilden, ihr Verlobter zum Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin.

„Von Anfang an bin ich mit dem leitenden Oberarzt mitgegangen. Somit habe ich mit ihm nur einen Mentor. Er kann mich immer beobachten, und er lässt mich eigenverantwortlich arbeiten. Das ist eine sehr persönliche Betreuung, von der ich unglaublich profitiere“, erzählt Koschek. Zudem würden die Mentoren viel Wissen abfragen, um eventuelle Lücken schnell schließen zu können. Johanna Heidgen hat es nicht anders erlebt. „Hier darf man lernen, läuft mit und wird ganz selbstverständlich in alles mit eingebunden. An größeren Häusern steht man eher auf dem Abstellgleis“, erzählt sie.

Prüfungssituation geprobt

Nun bereiten sich beide auf das Staatsexamen vor - eine zweitägige mündliche Prüfung, die für Mai oder Juni ansteht. Auch dafür bekommen sie Unterstützung vom Klinikum. Bernd Lobenstein, Chefarzt und Ärztlicher Direktor, gab ihnen wertvolle Tipps und nahm ihnen die Angst vor der Prüfung. Er spielte mit ihnen gar die Prüfungssituation durch. „Das ist nicht selbstverständlich, dass er sich die Zeit nimmt. Ein Ärztlicher Direktor hat schließlich noch andere Aufgaben“, ist Koschek für die Unterstützung dankbar. Haben sie das Staatsexamen in der Tasche, werden die zwei begeisterten Wahl-Naumburger als Assistenzärzte in Zeitz eingesetzt.

Für Kleinstadt entschieden

Die beiden gebürtigen Berliner hatte es danach gedrängt, ihre Heimatstadt zu verlassen. „Ich bin Berlin müde geworden. Jährlich kommen 40000 neue Einwohner hinzu. Es ist dort laut, dreckig, und wenn man zur Arbeit mit dem Fahrrad fährt, kommt man schon verschwitzt an, weil die Straßen voll sind und keiner Rücksicht nimmt“, so Koschek. Bevor es nach dem Staatsexamen in Zeitz an die Arbeit geht, wird erst einmal geheiratet - im Juni auf der Schönburg. „Das ist eine tolle Landschaft und die Naumburger können stolz sein auf das, was sie hier haben.“