Burgenlandkreis

Burgenlandkreis: Segelflieger stirbt bei Absturz

LAUCHA. - Es war gegen 16.45 Uhr, als ein gelber Rettungshubschrauber nahe eines Rapsfeldes zwischen Gleina und Laucha wieder in die Höhe stieg. Für einen 46-jährigen Segelflieger kam jedoch selbst die schnellste Hilfe zu ...

Von CONSTANZE MATTHES 17.06.2011, 19:43

Es war gegen 16.45 Uhr, als ein gelber Rettungshubschrauber nahe eines Rapsfeldes zwischen Gleina und Laucha wieder in die Höhe stieg. Für einen 46-jährigen Segelflieger kam jedoch selbst die schnellste Hilfe zu spät.

Während der Landevorbereitung stürzte der Pilot mit seinem Flugzeug in ein Rapsfeld - nur wenige Hundert Meter vom Flugplatz Laucha entfernt und unter den Blicken zahlreicher anderer Flieger. Chris Klingler aus Freyburg zählt zu den Augenzeugen. "Das Flugzeug ist ins Trudeln gekommen und aus rund 150 Metern abgestürzt", berichtete der Hobbyflieger, der in der Nähe der Absturzstelle von der Polizei befragt wurde. Das Flugzeug sei laut Klingler eine Ka 6E gewesen, aus Holz gebaut, älteren Typs, ein Einsitzer und Eigentum des Hauses der Luftsportjugend (HdL).

Dort herrschte am Freitag Entsetzen nach dem tödlichen Unfall. "Wir sind sehr betroffen und haben uns sofort um die Tochter des Verunglückten gekümmert, die den Absturz miterlebt hatte", sagte HdL-Leiter Stephan Olessak. Die aus Nordrhein-Westfalen stammende Familie habe in der Region Urlaub gemacht. Das Haus informierte gegen 15.30 Uhr die Leitstelle. Der Flugbetrieb wurde sofort eingestellt, eine erste Besprechung vor Ort durchgeführt. "Es waren gerade viele Jugendliche anwesend, die ich gebeten habe, keine Informationen ins Internet zu stellen, um die Würde des Verunglückten und seiner Familie zu beachten sowie Mitgefühl zu zeigen", so Olessak, der weiter erklärte: Der Pilot sei ein Fluganfänger gewesen, der jedoch regelmäßig geflogen sei. Das Wetter sei fantastisch gewesen. Durchschnittlich starten in Laucha zwischen 60 bis 100 Flieger in die Luft. An jenem Tag waren es rund 40, da die Bedingungen sehr gut waren und die Flieger länger in der Luft verweilten. In der Geschichte des Hauses der Luftsportjugend gab es bisher noch keinen tragischen Unfall dieser Art.

Nachdem auch die Kriminalpolizei aus Naumburg vor Ort ihre Arbeit aufnahm, kamen ein aus München stammender Flugschüler und eine Freundin der Tochter des Piloten an die Absturzstelle, mit Blumen in den Händen. Auch sie hatten das Unglück verfolgt. Dessen Ursache ist allerdings noch völlig unklar. "Polizei und das Luftfahrtbundesamt haben die Ermittlungen aufgenommen", sagte Christian Baust, Polizeirat und Leiter des Revierkommissariats Naumburg.