Kunst in der Kirche Wo in Zeitz Tauben für den Frieden schweben
Drei Projekte starten am Montag, dem internationalen Weltfriedenstag, in Zeitzer Gotteshaus.

Zeitz/MZ. - Pünktlich zum Tag des Weltfriedens ist sie fertig: Eine große Installation in der Michaeliskirche Zeitz. Sie wurde von Künstler Sölk Schulze kreiert und wird am Montag, 1. September, feierlich eröffnet. Drei große Taubenschwärme fliegen unter dem Himmel der Kirche. Sie heben in einer Dreiecksformation ab. Die Zahl Drei steht dabei auch für Dreifaltigkeit, eine zentrale Säule im christlichen Glauben. Und drei Ereignisse werden damit am Montag eingeläutet, zum Ersten die Zeitzer Kunstinstallation, zum Zweiten wird die bundesweite Wanderausstellung Gesichter des Friedens eröffnet und zum Dritten singt die Kantorei Zeitz und gibt damit einen Ausblick auf die Aufführung des Karl Jenkins „A Mass of Peace“ am 14. September in der Michaeliskirche. Dann treten die Kantorei Zeitz, Naumburg und Dortmund gemeinsam zur Mass of Peace auf. In Zeitz leitet die Kantorin Johanna Schulze die Aufführung.
Projektteam aus Zeitz
All diese Veranstaltungen koordiniert das Projektteam Better is peace. Es entstand dabei als Initiative von Mitgliedern der Zeitzer Kantorei als Beitrag im 80. Friedensjahr nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges. Better is peace sind vor allem sieben engagierte Frauen, die gemeinsam die Idee für das Projekt entwickelten und in der Kirche umsetzten.
Weiße, unschuldige Origami-Tauben als Zeichen des Friedens schweben nun also frei im Kirchenraum, so die Idee des Künstlers Sölk Schulze. An zarten Fäden aus dem Kirchengewölbe heraus befestigt, steuern sie zielgerichtet zum Altar und werden immer mehr. „Die Idee für die Origami-Tauben brachte ich von meiner Reise aus Japan mit. Dort gelten Kraniche in Origami-Technik gefaltet als starkes Symbol für den Frieden und quasi jedes Kind faltet diese Kraniche“, sagt Sabine Brückner, eine der Frauen im Better is peace-Team. In Zeitz waren Kindertagesstätten und Schulen zum Falten aufgerufen, weiße Tauben zu falten und folgten. Mehr als 500 Exemplare sind im Laufe der letzten Wochen entstanden. Auf ihren weißen Flügeln konnte jeder anonym einen Wunsch oder ein Bild verewigen. So kommen Botschaften von Kindern, Christen und Menschen anderer Glaubensrichtungen unterm Himmelszelt zusammen. Vor allem Kinder der evangelischen Grundschule Zeitz, Mitglieder des Regenbogenkreises und Sänger der Kantorei der Michaeliskirche haben die Idee mit umgesetzt und nun schweben die weißen Tauben. „Keiner aus unserer Initiative hat zu Beginn der Aktion im Mai dieses Jahres mit dem überwältigenden Zuspruch gerechnet“, sagt Sabine Brückner und freut sich über das Werk.
Gesichter, die Krieg erlebt haben
Eine überregionale Dimension bekommt diese Zeitzer Friedensbewegung mit der Wanderausstellung namens Gesichter des Friedens. Zehn Menschen, Gesichter, Geschichten. Vorgestellt werden zehn Menschen, die sich für Frieden einsetzen, alle auf ihre eigene Art und Weise und in ganz unterschiedlichen Kontexten und Weltregionen. Sie alle verbindet, dass das Wort „Krieg“ für sie kein abstrakter Begriff ist. Sie haben ihn selbst erlebt. Viele mussten sogar aus ihren Heimatländern fliehen. Aus diesen persönlichen Erfahrungen heraus setzen sie sich heute für Frieden ein, so heißt es auf der Internetseite der Wanderausstellung. Am Montag, 18.30 Uhr, also Eröffnung: Vernissage mit Friedensgebet in der Zeitzer Michaeliskirche. Die Portraits stehen unter den Tauben und werden großformatig gezeigt. Über entsprechende QR-Codes kann man die Geschichte und das Schicksal zum jeweiligen Portrait erfahren.
Und während die Künstler letzte Hand an der Installation anlegen, treffen sich Sänger aus Zeitz am Wochenende in der Michaeliskirche zur Probe.