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Wirtschaft im Burgenlandkreis Wieso eine erfolgreiche Zeitzer IT-Firma von einem Unternehmen geschluckt wurde

Das Zeitzer Familienunternehmen Wunds bietet seit über 25 Jahren erfolgreich Software-Lösungen für Betriebe und Verwaltungen an. Wie die Firma nun von einem neuen Eigentümer profitieren soll.

Von Iris Richter 14.06.2024, 19:00
Ziehen gemeinsam an einem Strang: Isabell Wanner und Geschäftsführer Frank Löffler spielen auf dem Flur der Firma Wunds Datensysteme Kicker.
Ziehen gemeinsam an einem Strang: Isabell Wanner und Geschäftsführer Frank Löffler spielen auf dem Flur der Firma Wunds Datensysteme Kicker. Foto: Iris Richter

Zeitz/MZ. - Die erfolgreiche Zeitzer Computerfirma Wunds Datensysteme hat einen neuen Eigentümer. Das 1997 gegründete Familienunternehmen gehört bereits seit Februar vergangenen Jahres zur Firma Intero Technologies mit Sitz in Stralsund. Die Stralsunder Firma bietet – ebenso wie die Zeitzer – mit einer eigenen Businesssoftware eine digitale Lösung zur Verbesserung der Betriebsprozesse für kleine und mittelständische Unternehmen an.

„Es gab ja schon die wildesten Gerüchte in Zeitz. Eines davon war, dass unsere Firma pleite ist“, sagt Isabell Wanner. Sie ist die Tochter von Wunds-Gründer Jens Wanner und seit langem im Unternehmen unter anderem für den Vertrieb zuständig. Doch mit Insolvenz habe die Übernahme der Zeitzer Firma so gar nichts zu tun, macht sie vehement deutlich. „Meine Eltern haben das Unternehmen aus Altersgründen verkauft und sind ausgewandert. Ich wollte die Firma aus familiären Gründen nicht übernehmen. Mit der Firma Intero haben meine Eltern einen Käufer gefunden, der das Unternehmen im Sinne meines Vaters weiterführen will“, so die junge Mutter zweier Kinder.

Denn Wunds werde eigenständig weiterbetrieben, wobei das Unternehmen durch die Übernahme an Stabilität gewinne, macht auch Neu-Eigentümer und Geschäftsführer Frank Löffler deutlich. Der 54-Jährige ist in Hameln geboren, lebt in Wiesbaden und hat vor 18 Jahren gemeinsam mit einem Partner Intero Technologies in Stralsund gegründet. Mittlerweile ist das Unternehmen an neun Standorten in ganz Deutschland präsent und zählt zwischen 120 und 130 Mitarbeitern.

„Bisher haben wir mit unserer Businessoftware auf ein Pferd gesetzt und haben damit auch gute Erfolge erzielt. Doch mittlerweile ist das riskant, und wir wollten uns unabhängiger von nur einem Produkt machen. Mit der Übernahme von Wunds sind wir nun sowohl regional als auch von der Produktpalette her breiter aufgestellt“, sagt der gelernte Bankkaufmann und studierte BWL-er. Denn die von den Zeitzern angebotene Software sei zwar eine andere, aber das Geschäftsfeld sei das Gleiche, so dass man sich gut ergänze und beide profitieren würden.

Und so wird die Zeitzer Computerfirma auch weiterhin für derzeit rund 200 Kunden Webseiten und Firmenportale betreuen sowie individuelle Lösungen für interne Auftritte für Firmen und Verwaltungen im Baukastensystem entwickeln, die von der digitalen Dokumentenarchivierung über die Zeiterfassung bis hin zur Essensbestellung reichen können. Komplettlösungen für Hardware, Software und Telefonie gehören also weiterhin zum Angebot der Zeitzer. Hinzu kommt im Portfolio nun die Odoo-Business-Software der Stralsunder, die man auch im mitteldeutschen Raum etablieren will. Jene Software hat nach Aussagen von Geschäftsführer Frank Löffler weltweit bis zu 12 Millionen User. Selbst in der Europäischen Union werde die Odoo-Software genutzt. Hier habe man eine Lösung erarbeitet und ein digitales Grundgerüst geschaffen, um künftig auf einer Plattform Studenten zu vernetzen, die an einem EU-Programm teilgenommen haben. „Der mitteldeutsche Raum, in dem wir bisher noch nicht präsent waren, ist eine sehr interessante Region für uns“, macht Frank Löffler deutlich. Man erhoffe sich in der Region durch das neue Angebot auch für die Firma Wunds ein deutliches Wachstum, das sich perspektivisch auch in neuen Arbeitsplätzen in der jetzigen Größenordnung von Intero niederschlagen soll, so Löffler. Derzeit sind bei Wunds zwischen 12 und 15 Mitarbeiter beschäftigt.

Um entsprechende Fachkräfte zu bekommen, setzen dabei sowohl die Mutterfirma Intero als auch Wunds auf Ausbildung des eigenen Berufsnachwuchses. Aktuell erlernen bei Wunds zum Beispiel drei Auszubildende den Beruf des Fachinformatikers. Auch für das neue Ausbildungsjahr kann man sich noch bewerben.