Vorbereitung auf Notfall-Lage

Vorbereitung auf Notfall-Lage: Zeitzer SRH-Klinikum eröffnet Corona-Station

Zeitz - In dieser Woche musste im Zeitzer SRH-Klinikum eine Covid-19-Station eröffnet werden. Weil auch in der Geraer Region die Inzidenzzahl gestiegen ist und die dort für die SRH-Kliniken eingerichtete Corona-Schwerpunkt-Klinik „langsam an die Kapazitätsgrenze kommt“, war das nötig. Zurzeit werden in Zeitz zwei Patienten (Stand Freitagmittag) betreut. Einen Tag zuvor waren es noch vier, zwei Patienten konnten entlassen ...

Von Angelika Andräs

In dieser Woche musste im Zeitzer SRH-Klinikum eine Covid-19-Station eröffnet werden. Weil auch in der Geraer Region die Inzidenzzahl gestiegen ist und die dort für die SRH-Kliniken eingerichtete Corona-Schwerpunkt-Klinik „langsam an die Kapazitätsgrenze kommt“, war das nötig. Zurzeit werden in Zeitz zwei Patienten (Stand Freitagmittag) betreut. Einen Tag zuvor waren es noch vier, zwei Patienten konnten entlassen werden.

„Wir sind vorbereitet": Zeitzer Klinikum eröffnet Corona-Station

„Es stehen bis zu 32 Betten zur Verfügung“, sagt SRH-Kliniksprecherin Kathrin Wiesner, „außerdem stehen sieben Beatmungs-/Intensivbetten bereit.“ Die Station war ja schon im März, damals noch innerhalb der Klinikum Burgenlandkreis GmbH, vorbereitet worden. Der ärztliche Direktor des Zeitzer Klinikums Dr. Bekele Mekonnen und Hygieneärztin Dr. Ute Friedrich hatten damals darüber informiert, wie man sich vorbereite.

„Wir sind vorbereitet, wir sehen einer möglichen Notfallsituation ruhig entgegen“, betonte Bekele Mekonnen. Es gebe genaue Pläne, man sei in ständigem Kontakt, um sie zu aktualisieren, zu reagieren und an neue Gegebenheiten anzupassen. Egal, wie schwierig die Situation ist, Mekonnen will sie mit seinem Team ruhig angehen. „Wir finden eine Lösung, wir müssen immer eine Lösung finden - und das tun wir auch.“

Positiv getestete Patienten aus Zeitz werden nicht mehr nach Gera verlegt

Eine Lösung, die sich für Zeitz in den letzten Wochen und Monaten als sehr günstig erwiesen hat, fand sich nach der Übernahme des insolventen Burgenlandklinikums durch die SRH-Gruppe: Im SRH-Waldklinikum Gera gibt es ein Corona-Zentrum mit einer eigenen Intensivstation. Alle an Covid-19 erkrankten Zeitzer sind daher bisher in Gera versorgt worden.

Jetzt werden in Zeitz positiv getestete Patienten nicht mehr nach Gera verlegt. Ausnahme sind Erkrankte, die intensivmedizinisch betreut werden müssen. „ITS-Patienten werden weiterhin in Gera behandelt“, bestätigt die Kliniksprecherin, „dazu gibt es tägliche Absprachen zwischen den Chefärzten der Häuser.“ In Gera liegt die Zahl der Corona-Patienten im Schnitt zwischen 45 und 50. 

Planbare Eingriffe werden bislang nicht - wie im Frühjahr - abgesagt

„Um neben deren Versorgung hier einen weitgehend normalen Klinikbetrieb aufrecht erhalten zu können, werden Patienten aus dem Burgenlandkreis inzwischen auch in Naumburg und Zeitz versorgt“, so Wiesner. Die Patientenzahlen liegen mittlerweile zum Teil deutlich über denen der ersten Welle.

„Unser Ziel ist, trotzdem allen Patientengruppen weitgehend gerecht zu werden. Das heißt, planbare Eingriffe werden bislang nicht - wie im Frühjahr - abgesagt. Diese Strategie muss sich ständig an der aktuellen Entwicklung messen lassen. Das verlangt von allen Mitarbeitern ein hohes Maß an Engagement und Flexibilität.“ In Gera werden aktuell (Stand Freitagmittag) 58 Covid-19-Patienten behandelt.

Zeitzer Klinikum habe ausreichend Personal für die Versorgung unserer Patienten

Auch im SRH-Klinikum Naumburg, das wie das Zeitzer Krankenhaus zum Burgenlandklinikum gehörte, ist in der zurückliegenden Woche eine Corona-Station eröffnet worden. Freie Betten, auch Intensivbetten, gibt es in Zeitz und Naumburg trotz der steigenden Zahl Infizierter und Erkrankter noch. Doch Intensiv- oder Beatmungsbetten nützen am Ende ohne Personal wenig. Wie sieht es damit aus?

Gerade im Zeitzer Krankenhaus gab es noch vor einem Jahr eine relativ hohe Fluktuation. Jetzt kann die Kliniksprecherin ein anderes Bild zeichnen. „Wir sind froh, dass wir ausreichend Personal für die Versorgung unserer Patienten haben. Eine Fluktuation gibt es nicht“, sagt Kathrin Wiesner, „im Gegenteil: Es ist uns mit dem Neustart nach der Insolvenz gelungen, viele der freien Stellen zu besetzen“. (mz)