Strukturwandel

Arbeitstreffen in Zeitz: Alle ziehen an einem Strang, wenn es um Wasserstoff geht

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister trifft sich mit der Arbeitsgruppe für Wasserstoff. Wo die geplante Leitung im Kreis grob verlaufen soll.

Von Martin Walter 14.05.2022, 10:00
Die Arbeitsgruppe für Wasserstoff traf sich mit dem Wirtschaftsminister bei Südzucker Zeitz.
Die Arbeitsgruppe für Wasserstoff traf sich mit dem Wirtschaftsminister bei Südzucker Zeitz. Foto: Rene Weimer

Zeitz/MZ - Bezüglich der Leitung, die in Zukunft Wasserstoff durch den Burgenlandkreis transportieren soll, ziehen alle an einem Strang, und das, „obwohl manche Unternehmen sogar Wettbewerber sind“, wie Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) am Donnerstag am Zeitzer Südzucker-Werk sagte. Er war einer Einladung des Wirtschaftsförderkreises Sachsen-Anhalt Süd gefolgt und tauschte sich dort mit der Arbeitsgruppe für Wasserstoff, dem sogenannten H2-Hub Burgenlandkreis aus.

Schulze zeigte sich „begeistert, wie viele Unternehmen sich hier zusammengetan haben“. Denn dem H2-Hub gehören neben Südzucker unter anderem die Mibrag, die Infra Zeitz, der Umweltdienstleister PreZero, die Abfallwirtschaft Sachsen-Anhalt Süd sowie die Stabstelle für Strukturwandel des Landkreises an. Der Burgenlandkreis und insbesondere das Kernrevier sei laut Schulze aufgrund „der Chemieindustrie und der bereits bestehenden Infrastruktur“ prädestiniert für den Ausbau der Wasserstoffleitung, wofür das Land ein Förderprogramm in Höhe von 55 Millionen Euro ausgerufen hat. Dafür möchte auch der Burgenlandkreis einen Antrag stellen und über Strukturfördermittel zudem weitere 35 Millionen Euro für Wasserstoffprojekte investieren.

Die Vielzahl an beteiligten Unternehmen, aber auch die bereits bestehenden Voraussetzungen bezeichnet auch Markus Lorenz als „Alleinstellungsmerkmal“. Der Doktor der Ingenieurwissenschaften ist Leiter des Zeitzer Südzucker-Werks und zudem Sprecher des H2-Hubs. Auch er bescheinigt dem Burgenlandkreis ein „großes Potenzial zur Verwendung und auch Erzeugung von grünem Wasserstoff“, zumal hier auch alle Interessenten „entlang einer Wasserstoffleitung angeordnet werden können“ (siehe Karte). Aktuell endet die Pipeline, die vom Leuna-Werk über das sächsische Böhlen verläuft, im Chemiepark Zeitz. Wer an die erweiterte Wasserstoffleitung angeschlossen werden möchte, steht zwar bereits fest, aber noch nicht deren genauer Verlauf. Dazu soll zunächst eine „Trassenverlaufsstudie“ erstellt werden.