1. MZ.de
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Wittenberg
  6. >
  7. Durchsuchungen in vier Städten: Wittenberg und Magdeburg: Polizei sprengt illegalen Pay-TV-Ring

Durchsuchungen in vier Städten Wittenberg und Magdeburg: Polizei sprengt illegalen Pay-TV-Ring

Vier Männer werden verdächtigt, bandenmäßigen Computerbetrug begangen zu haben. Sie sollen einem großen Pay-TV-Anbieter über Jahre hunderttausende Euro Schaden zugefügt haben, indem sie illegal Zugänge verkauften.

03.12.2025, 15:04
Vier Männer sollen über Jahre illegale Zugänge für einen großen Pay-TV-Anbieter verkauft haben.
Vier Männer sollen über Jahre illegale Zugänge für einen großen Pay-TV-Anbieter verkauft haben. (Symbolfoto: Lino Mirgeler/dpa)

Wittenberg/Magdeburg/MZ. - Das Landeskriminalamt hat bei zeitgleichen Durchsuchungen am Dienstag in Wittenberg, Magdeburg, Delitzsch und Heldenstein (Bayern) eine Gruppe von mutmaßlichen Computerbetrügern aufgedeckt. Laut einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau und des Landeskriminalamtes Sachsen-Anhalt seien vier Männer im Alter von 41 bis 51 verdächtigt, so genanntes Card-Sharing und illegal beschafftes Internetfernsehen bereitgestellt zu haben.

Illegale Pay-TV-Zugänge im Netz verkauft

Dabei hätten die Männer über Jahre hinweg einer Vielzahl von Nutzern die Dienste eines großen Pay-TV-Anbieters unbefugt zur Verfügung gestellt, heißt es in der Pressemitteilung. „Den Rechteinhabern ist durch das illegale Angebot von Pay-TV-Zugängen nach bisherigem Ermittlungsstand ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden entstanden, der mindestens im mittleren sechsstelligen Bereich liegen dürfte“, schätzen Polizei und Staatsanwaltschaft ein.

Zahlreiche Beweise sichergestellt

Bei den Durchsuchungen seien umfangreiche Beweismittel sichergestellt worden. Hierbei handele es sich vorwiegend um IT-Hardware wie Computersysteme, Satellitenreceiver, IPTV-Boxen, Server, weitere Datenträger sowie diverse Smartphones. Bei den Maßnahmen erfolgten u. a. auch Live-Forensik-Sicherungen von flüchtigen Speicherdaten auf externen Servern. Zudem konnten von den Ermittlern illegale Card-Sharing-Server unmittelbar deaktiviert werden.

Ein Sprecher des Landeskriminalamtes erklärte gegenüber der MZ, dass die vier Verdächtigen nicht in Untersuchungshaft genommen worden seien. Neben den Verdächtigen könne es durchaus sein, dass auch die Nutzer von deren Angeboten künftig strafrechtlich belangt würden. Die weiteren Ermittlungen dauern an.