Wittenberger Abiturienten präsentieren Ergebisse einer Spurensuche Stell dir vor ...
22 Schüler der Abiturstufe des Gymnasiums Leucorea präsentieren die Ergebnisse einer lokalgeschichtlichen Spurensuche. Was sie gefunden haben.

Wittenberg/MZ. - „Stell dir vor ...“ So beginnen die Texte von Myrna Ziegler, Lilli Pötzsch und Charlotte Belitz. Was sich die in der Aula des Hauses Melanchthon des Wittenberger Gymnasiums Leucorea versammelten Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen und einer siebten Klasse vorstellen sollen, folgt in den Texten. Der imposante Raum ist ganz still. Nur die Stimme der Vortragenden ist deutlich zu vernehmen. „Stell dir vor, dass du auf dem Appellplatz eines Konzentrationslagers stehst. Dabei ist es kalt, dir ist kalt.“
Vorstellen können sich das die wenigsten Jugendlichen unserer Zeit. Sind sie doch in Geborgenheit aufgewachsen, wie es Schulleiterin Anja Aichinger in ihren einleitenden Worten sagte.
Im Juni machten sich insgesamt 22 Schülerinnen und Schüler anlässlich der Gedenk-Skulptur „Restlicht“ von Werner Mally auf eine lokalgeschichtliche Spurensuche in Wittenberg. Zusammen mit der Stiftung Leucorea, dem Heimatverein, der Stadtkirchengemeinde, der Initiative Wittenberger Stolpersteine, dem Haus der Alltagsgeschichte, der evangelischen Akademie sowie dem Dokumentationszentrum der KZ-Gedenkstätte in Prettin beleuchteten sie die Jahre 1933 bis 1945.
Die Jugendlichen haben Zeitzeugenberichte im Haus der Alltagsgeschichte eingesehen, um den Alltag der Menschen in dieser Zeit zu verstehen. Dabei konzentrierten sie sich besonders auf Kinder und Jugendliche und ihr Leben in dieser Zeit. In der evangelischen Akademie wurde ein Zeitstrahl erstellt. Auch die Schmähplastik an der Wittenberger Stadtkirche spielte eine Rolle. Im Stadtarchiv recherchierten die Schüler aus Originalquellen wie Zeitungen. Sie wurden zusammengetragen und verarbeitet.

Für die Präsentation in der Aula wurden musikalische Einlagen durch Clara Griehl am Piano und Ben Morenga an der Klarinette mit zeitdokumentarischen Fotos oder Filmen aus dem Archiv des Heimatvereins untermalt. Mit diesem Projekt arbeiteten die 22 Schüler eines der dunkelsten Kapitel der Wittenberger Geschichte auf.
Und: Stell dir vor, daraus soll auch eine Publikation entstehen, in der alles zusammengetragen ist.