Hochwasserschutz

Stadtrat in Kemberg will Druck machen

Der Schutz vor Hochwasser bleibt weiterhin ein Thema.

Von Karina Blüthgen 29.07.2021, 09:21
Kemberg musste beim Elbehochwasser 2013 mit viel Manpower wie hier am Dabruner Weinberg geschützt werden.
Kemberg musste beim Elbehochwasser 2013 mit viel Manpower wie hier am Dabruner Weinberg geschützt werden. (Foto: Baumbach)

Kemberg - Das Hochwasser im Westen und Süden Deutschlands beschäftigt auch die Bürger und Stadträte von Kemberg in der jüngsten Ratssitzung und darüber hinaus. Besonders im Ortsteil Selbitz, der mit dem bayerischen Selbitz eine Partnerschaft pflegt, ist die Anteilnahme groß.

„Es ist eine eher lose Partnerschaft, zumal die Stadt mit 4.000 Einwohnern auch erheblich größer ist als unser kleiner Ort“, erklärte Ortsbürgermeister Norman Langer (CDU). Er dankte seinen Fraktionskollegen und den anderen Ortsbürgermeistern für ihre Hilfsangebote, durch die Verwaltung sei ein Spendenkonto eingerichtet.

„Sie haben Selbitz als Partnerstadt von ganz Kemberg gesehen. Und Hilfe wird auf jeden Fall gebraucht. Alle in der Stadt dort sind betroffen, die Keller waren voll“, so Langer. Überlegt werde noch, wann und in welcher Form die Spenden übergeben werden sollen.

Lehrer spenden

Die Initiative finde er gut, erklärte Kembergs Bürgermeister Torsten Seelig (CDU). „Die Sekundarschullehrer sind spontan auf mich zugekommen, haben über 300 Euro gespendet.“ Er habe auch einen Aufruf in der Verwaltung gestartet.

„Ich würde mich freuen, wenn wir als Stadtrat uns ebenfalls verständigen könnten“, fügte er hinzu. Rolf Klopotowski (CDU) verwies noch einmal auf die Futterlieferung für Tiere, die Landwirte aus Dabrun und Umgebung mit Lkw auf den Weg gebracht haben. 35 Tonnen Heu und Stroh waren vor einer Woche in einer ersten Lieferung unterwegs, „die Aktion wird mit einem Mal nicht erledigt sein“.

Dass auch an der Elbe Hochwasser-Gefahren lauern, haben die Abgeordneten derweil nicht vergessen. Ulrich Petzold (CDU) monierte, dass zwar per Gesetz im Überschwemmungsgebiet Bäume und Sträucher untersagt sind. „In den letzten Jahren hat die Verbuschung gerade an den Durchlässen der Flutbrücken jedoch enorm zugenommen“, wies er auf einige kritische Stellen hin.

Der Bürgermeister möge beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) vorstellig werden, damit dort etwas getan werde. „Zwischen Probstei und Wartenburg sprießen ebenfalls massenhaft Büsche“, sagte Rolf Klopotowski. „Früher wurde das durch Jungviehhaltung gut in Schach gehalten. Aber in den letzten 30 Jahren ist nichts mehr gemacht worden“, ergänzte er. Hier sollte ebenfalls mit LHW und gegebenenfalls Landwirten eine Besprechung stattfinden.

Noch bis 2024

Die letzten noch zur Sanierung ausstehenden zwei Kilometer Deich zwischen Melzwig und Wartenburg würden voraussichtlich 2024 realisiert, fügte Matthias Lieschke (AfD) hinzu, „wenn nichts dazwischenkommt.“ Der Stadtratsvorsitzende Horst Schmidt (CDU) riet, immer wieder Druck zu machen, damit diese letzte Schwachstelle so bald wie möglich beseitigt wird. (mz)