Kreis Wittenberg

Kreis Wittenberg: Starke Nasen-Leistung

WITTENBERG/MZ. - "Es war ein guter Tag. Ein Hund ist nun mal keine Maschine." 91 Punkte von hundert möglichen hat Bodo vom Schladebacher Wäldchen bei den Landesfährtenmeisterschaften für Schäferhunde geholt, und Horst Göricke ist zufrieden. "Einen Gegenstand hat er überlaufen", resümiert der 76-Jährige. Insgesamt habe der neunjährige Schäferhund die drei Gegenstände nur zögernd angezeigt, das habe die meisten Punkte gekostet. Am Ende belegt das Wittenberger Gespann den dritten Platz in der Fährtenhundprüfung 2 am ...

Von KARINA BLÜTHGEN

"Es war ein guter Tag. Ein Hund ist nun mal keine Maschine." 91 Punkte von hundert möglichen hat Bodo vom Schladebacher Wäldchen bei den Landesfährtenmeisterschaften für Schäferhunde geholt, und Horst Göricke ist zufrieden. "Einen Gegenstand hat er überlaufen", resümiert der 76-Jährige. Insgesamt habe der neunjährige Schäferhund die drei Gegenstände nur zögernd angezeigt, das habe die meisten Punkte gekostet. Am Ende belegt das Wittenberger Gespann den dritten Platz in der Fährtenhundprüfung 2 am Sonntag.

Hund und Herr sind fit

Bodo sei der älteste Hund, mit dem er je eine Prüfung gemacht habe, sagt Göricke. "Man hat einem Hund gegenüber eine Verpflichtung." Wenn man ihn über Jahre geistig aufgebaut habe, dürfte man ihn später nicht verkümmern lassen, erklärt er. Für ihn selbst seien die 91 Punkte eine Bestätigung, dass auch er noch fit sei.

Die Wittenberger Ortsgruppe des Vereins für Deutsche Schäferhunde hat erstmals die Meisterschaften ausgerichtet. Und Leistungsrichter Klaus Bartnik ist sehr zufrieden. "Die Fährten sind mustergültig gelegt, alles ist hervorragend organisiert", lobt der Hundesportler aus Weddersleben im Harz, der auch Landesausbildungswart ist, die Veranstalter. Nur einen Abbruch hat es bei den neun Teilnehmern gegeben, ein Hund hat sich mehr als zwei Leinenlängen von der Fährte entfernt. "Wir arbeiten mit Tieren, da passiert das", bleibt Bartnik gelassen.

Neben sechs Teilnehmern an der Fährtenhundprüfung 2 waren auch drei Halter zur Prüfung 1 angereist, unter ihnen Sandra Lieblich. Die 36-Jährige ist gebürtige Wittenbergerin und wohnt jetzt in Pömmelte, verbringt aber bei Besuchen ihrer Eltern immer auch einige Zeit auf dem Piesteritzer Hundeplatz. Dort hat sie sich mit der achteinhalbjährigen Schäferhündin Jina vom Rabaukenhof, einer eigenen Zucht, für den Landeswettbewerb qualifiziert. "Bei den Fährtenhunden ist es für uns beide die erste Meisterschaft", sagt sie. Bei der Schutzhundprüfung habe sie auf Landesebene dagegen schon mal einen vierten Platz belegt.

Kreuzende Wildspuren

Mit 85 Punkten und dem ersten Platz in ihrer Klasse ist sie sehr zufrieden. "Die vier Gegenstände hat Jina alle einwandfrei verwiesen", schildert sie den Ablauf. "Das Problem lag eher an den Winkeln und den vielen Wildspuren." Der Boden hier bei Wittenberg sei sehr sandig und ein ganz anderer als in Niederndodeleben, wo sie sonst trainiere. Zudem habe es in der Fährte auch einen Geländewechsel gegeben, von Wiese auf schwarzen Acker ohne Bewuchs. "Da sieht man natürlich jede Spur."

Sichtlich glücklich war auch der Vereinsvorsitzende Thomas Döring über den reibungslosen Ablauf, er dankte vor allem den Helfern für ihr Engagement. Jeweils drei Stunden vor den Prüfungen, also ab 7 Uhr, haben die Fährtenleger Klaus-Uwe Lehmann und Norbert Richter ihre Arbeit erledigt, Olando Dorn und Jacqueline Fraustein haben nach der vorgeschriebenen Dauer die Verleiter-Fährte gelegt. Nach all der Aufregung betont Döring: "Natürlich ist bei uns die Freude über den dritten Platz unseres alten Herrn besonders groß."