Ein erster Fall von Pseudowut

WITTENBERG/MZ/WAM. - Laboruntersuchungen haben den Verdacht bestätigt, dass es zum ersten Mal seit 13 Jahren wieder einen AK-Fall in Sachsen-Anhalt gibt, teilt das Umweltministerium des Landes mit. Die Krankheit sei am 29. Dezember "amtlich festgestellt" worden. Die Krankheit zählt zu den Tierseuchen und ist meldepflichtig. Für bestimmte Säugetiere endet sie tödlich.
"Das Tier hatte die klinischen Auffälligkeiten", sagt Wittenbergs Amtstierarzt Dr. Harald Kasan. Infizierte Katzen und Hunde reagieren nach einer Inkubationszeit von zwei bis neun Tagen mit Wesensveränderungen, Schluckbeschwerden, Lähmungen der Kopfmuskulatur und Tobsuchtsanfällen. Deshalb nennt man die Krankheit auch Pseudowut. Auf dem Gehöft des Hundebesitzers habe man weitere Proben genommen, der zweite Hund zeige keine Auffälligkeiten, Blutproben der Hausschweine würden derzeit im Labor untersucht. Ein Ergebnis stehe noch aus. Bei Wildschweinen ist der Virus im Landkreis bereits seit Jahren nachgewiesen. "Wir haben immer wieder Antikörper gefunden", sagt Kasan. Der Erreger sei auch einmal isoliert und untersucht worden. "Damals hieß es, es sei ein für Hausschweine nicht so gefährlicher Typ."
Für einen Hund ist er gefährlich geworden. Nach Angaben des Umweltministeriums soll das Tier bei einer Gemeinschaftsjagd rund um Stackelitz Innereien eines Wildschweins gefressen haben. "Das ist eigentlich unüblich", sagt der Obmann fürs Jagdhundewesen bei der Kreisjägerschaft, Hartmut Linke. Zum einen gäben Jäger ihren Hunden so genannten Aufbruch nicht, zum anderen mögen die Wildschweinfleisch gar nicht so gern. Dass sich nun ein Hund mit dem Virus angesteckt hat, ist für Linke "reiner Zufall und ein Unglück". "Die nächsten zehn Jahre kann wieder nichts passieren", sagt Linke. Ein Schutz vor AK ist nach Angaben des Umweltministeriums kaum möglich. Gegen den Virus gebe es keinen Impfstoff. Was allerdings nur für Hunde gilt. Für Hausschweine gibt es sehr wohl Schutzmöglichkeiten - die allerdings nur die Symptome lindern, nicht aber die Infizierung verhindern können. Wenigstens lassen die Impfstoffe eine Unterscheidung zu, ob die Antikörper im Tier von einem Infekt oder einer Impfung stammen. Allerdings ist die Impfung von Schweinen derzeit laut "Verordnung zum Schutz gegen die Aujeszkysche Krankheit" verboten - mit einigen Ausnahmen.