Corona-Maßnahmen in der Kritik

Corona-Maßnahmen in der Kritik: Protest mit Kundgebung am Markt

Wittenberg - Die Genehmigung für die Veranstaltung wurde unter Auflagen erteilt.

Von Marcel Duclaud 02.05.2020, 09:27

Es wird auch am heutigen Samstag eine Protestveranstaltung auf dem Wittenberger Marktplatz geben, die sich gegen als überzogen angesehene Maßnahmen zur Corona-Eindämmung richtet. Es gehe ihnen nicht zuletzt um den Schutz des Grundgesetzes, betont Holger List, einer der Initiatoren.

Diesmal ist die Veranstaltung, die 15.30 Uhr beginnen soll, nicht als Mahnwache, sondern als Kundgebung deklariert. „Wir haben einige Auflagen bekommen“, erklärt List. Der Bereich der Kundgebung muss abgesperrt, der Sicherheitsabstand zwischen den Teilnehmern eingehalten werden. Zudem gilt Alkohol- und Haustierverbot. Angemeldet ist der Protest für 250 Menschen, am vergangenen Samstag waren es etwa 100.

List, der die Eröffnung übernehmen wird, ist als Gastronom selber stark betroffen. Seine „Coco-Bar“ musste wie andere schließen, er hat keine Einnahmen, dafür aber Kosten. Die Soforthilfe hat er bekommen, die reiche aber nicht ewig. Und seine Rücklagen seien bald aufgebraucht. Er hofft, dass die Bar unter starken Auflagen vielleicht Ende Mai wieder öffnen kann.

Es gehe ihm darum, auf die eigene schwierige Lage hinzuweisen - aber auch auf die der Gesellschaft. List übt zum Beispiel Kritik an der Maskenpflicht. Zunächst habe es ja geheißen, Mundschutz helfe nicht. Nun der Sinneswandel. Der Protest, sagt der Wittenberger deutlich, sei von Bürgern für Bürger gedacht. Eine parteipolitische Vereinnahmung soll es nicht geben. (mz)