Pandemie

Wie erster Familienimpftag in Zorbau angenommen wurde

Insgesamt 46 Kinder erhielten beim ersten Familienimpftag des Burgenlandkreises in Zorbau eine Schutzimpfung gegen Corona. Worauf man besonders geachtet hat.

17.01.2022, 11:31
Leticia (l.) und ihre Schwester Emilia Hoffmann kamen am Samstag mit ihren Eltern ins Impfzentrum nach Zorbau, um  ihre zweite Schutzimpfung gegen das Coronavirus zu erhalten.
Leticia (l.) und ihre Schwester Emilia Hoffmann kamen am Samstag mit ihren Eltern ins Impfzentrum nach Zorbau, um ihre zweite Schutzimpfung gegen das Coronavirus zu erhalten. Foto: Meike Ruppe-Schmidt

Zorbau - Tapfer beißt die kleine Leticia ihre Zähne zusammen. Aber noch bevor sie den Piks mit der Nadel spürt, ist die Impfung auch schon überstanden. „Es war gar nicht schlimm“, sagt die Zehnjährige. Das Medikament, welches ihr von der Kinderärztin injiziert wurde, soll sie vor dem schweren Verlauf einer Coronaerkrankung schützen.

Für Leticia und ihre zwölf Jahre alte Schwester Emilia aus Großkorbetha ist es bereits die zweite Impfung gegen das Virus.

„Wir haben uns entschieden, unsere Kinder impfen zu lassen, weil immer mehr Mutanten des Coronavirus auftreten“, sagt Mutter Andrea Hoffmann. „Da unsere Kinder mit ihrer chronischen Bronchitis vorerkrankt sind, haben wir Angst vor einer Ansteckung.“

Bereits im Dezember haben Leticia und Emilia ihre erste Impfung bekommen und nach Angaben der Eltern gut vertragen. Leichte Kopfschmerzen, Müdigkeit und kurzfristiger Schüttelfrost seien aufgetreten, haben sich aber schnell wieder gelegt. „Natürlich haben wir uns zuvor über die möglichen Nebenwirkungen der Impfung informiert und die Empfehlung des Kinderarztes berücksichtigt“, so Mutter Hoffmann. Auch der Blick ins Ausland, wo die Kinderimpfungen schon weiter fortgeschritten sind, habe sie in der Entscheidung bestärkt.

Dosis für Kinder geringer

Emilia und Leticia gehörten am Samstag zu insgesamt 46 Kindern, die in Zorbau während des ersten vom Burgenlandkreis an mehreren Standorten organisierten Familienimpftag eine Schutzimpfung gegen das Coronavirus erhielten.

„Die Dosis für die Kinder entspricht dabei einem Drittel der Menge, welche Erwachsene erhalten“, klärt eine Kinderärztin aus Weißenfels vor Ort auf. Ihren Namen will sie nicht nennen, weil sie eigenen Angaben zufolge inzwischen die Aggression mancher Impfgegner fürchtet. „Damit es nicht versehentlich zu einer Verwechslung zwischen einer Kinder- und einer Erwachsenen-Dosis kommt, sind die Kinderimpfstoffe mit einem farblich anders markiertem Deckel gekennzeichnet“, so die Ärztin. „Sie werden zudem ausschließlich in einem speziellen Kinder-Impfzelt verabreicht.“ Worauf man nach der Impfung achten solle? „Die Kinder sollten sich in den nächsten Tagen schonen und auf Sport verzichten“, empfiehlt sie.

Große Nachfrage nach Kinderimpfung

Mit dem Familienimpftag, der in Zorbau vom Malteser Hilfsdienst unterstützt wurde, habe der Landkreis ein spezielles Impfangebot unterbreiten sowie auf die Nachfrage von Eltern reagieren wollen. Denn immer wieder habe es unter anderem auch in Arztpraxen Nachfragen über Möglichkeiten zum Impfen des Nachwuchses gegeben.

Die Kinder selbst haben den Piks mit relativ großer Gelassenheit vornehmen lassen. So auch die neunjährige Nele aus Weißenfels, die mit ihrer Mutter Anett gekommen war, um sich ihre erste Impfung geben zu lassen. Auch hier war eine Vorerkrankung ausschlaggebend für die Entscheidung gewesen.

Zweiter Termin im Impfzentrum Zorbau geplant

Positiver Nebeneffekt, den man von der Impfung erwarte: Künftig können zumindest die meisten Ausflüge wieder ohne vorherige Coronatests geplant werden. Auch Leticia und Emilia aus Großkorbetha freuen sich darauf schon besonders. „Um ins Restaurant, ins Kino, in die Schwimmhalle oder einfach nur Einkaufen gehen zu können, haben wir immer vorher einen Test machen müssen. Das fällt nun Gott sei dank weg“, sagt die zwölfjährige Emilia, bei der ein Großteil der Klassenkameraden bereits schon geboostert ist.

Laut Armin Ankthum vom Malteser Hilfsdienst soll es in drei Wochen übrigens einen weiteren Familienimpftag im Impfzentrum in Zorbau geben. Dann nämlich erhalten die Kinder, welche am Samstag zum ersten Mal gegen Corona geimpft worden sind, ihre zweite Spritze.