Trauriger Rekord in Weißenfels

Trauriger Rekord in Weißenfels: Wie sich die Infektionen im Burgenlandkreis verteilen

Weissenfels - Am Mittwochmittag beim wöchentlichen Corona-Lagebericht zeigte sich Landrat Götz Ulrich (CDU) noch zuversichtlich, dass sich die Kurve der Neuinfektionen „deutlich abgeflacht“ hat. Nur fünf Stunden und vier Dutzend Neuinfektionen später sah die Lage schon wieder anders aus. „Das ist kein Zeichen für Entspannung“, räumte der Landrat mit Blick auf einen neuen Höchstwert bei der Sieben-Tages-Inzidenz ...

Von A. Kempf und M. Walter
Coronavirus in Sachsen-Anhalt www.imago-images.de

Am Mittwochmittag beim wöchentlichen Corona-Lagebericht zeigte sich Landrat Götz Ulrich (CDU) noch zuversichtlich, dass sich die Kurve der Neuinfektionen „deutlich abgeflacht“ hat. Nur fünf Stunden und vier Dutzend Neuinfektionen später sah die Lage schon wieder anders aus. „Das ist kein Zeichen für Entspannung“, räumte der Landrat mit Blick auf einen neuen Höchstwert bei der Sieben-Tages-Inzidenz ein.

Kreis werde das Infektionsgeschehen genauer analysieren - Fokus Pflegeheime

Statistisch betrachtet gab es im Landkreis in den vergangenen sieben Tagen also 120,31 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner - so viele wie nie zuvor. Die Zahl der aktuell Infizierten kletterte indes auf 365 Personen - auch das stellte einen neuen traurigen Rekord dar.

Der Kreis werde das Infektionsgeschehen nun genau analysieren, kündigte der Landrat an. Der Fokus dürfte sich unter anderem auf die Pflegeheime richten. Laut Amtsärztin Ina Schmidt gibt es im Landkreis gegenwärtig in drei Einrichtungen Infektionen. Das jedenfalls war der Stand bis Mittwochmittag.

Ein Fünftel aller Corona-Neuinfektionen stammt von medizinischen Einrichtungen und Pflegeheimen

Im nahen Halle an der Saale wurden am Wochenende in allen 51 Alten- und Pflegeheimen der Stadt Corona-Schnelltests durchgeführt. Ob sich auch der Burgenlandkreis für einen solchen Schritt entscheidet, um ein besseres Lagebild zu erhalten, bleibt abzuwarten. Noch bräuchte es mehr Informationen für so eine Entscheidung, erklärte der Landrat am Abend. „Je breiter die Lage ist, umso eher könnten wir zu dem Ergebnis kommen, wir wollen einen Massenabstrich durchführen“, so Götz Ulrich.

Seit Oktober geht ein Fünftel aller Corona-Neuinfektionen im Burgenlandkreis auf Ansteckungen in medizinischen Einrichtungen und Pflegeheimen zurück. Die Lage ist weiter diffus. Insgesamt kann bei jeder dritten Neuinfektion im Kreis seit Oktober die Quelle der Ansteckung nicht zurückverfolgt werden.

Weißenfels hat mit 97 Infizierten mehr als doppelt so viele Fälle wie in Naumburg

Bei der regionalen Verteilung der Fälle steht Weißenfels weiter an der Spitze. Fast ein Drittel aller aktuell Infizierten kamen bis Mittwochmittag aus der Saalestadt. In absoluten Zahlen gab es in Weißenfels mit 97 Infizierten mehr als doppelt so viele Fälle wie in Naumburg, wo 41 Menschen das Virus in sich tragen. Auffällig auch - die Stadt Zeitz zählt dreimal so viele Einwohner wie Hohenmölsen - trotzdem gab es in der Drei-Türme-Stadt mit 35 Fällen drei Infizierte mehr.

Auch Lützen wies mit aktuell 27 Infizierten eine stattliche Zahl von Fällen auf. In Teuchern gab es zuletzt 18 Infizierte. Doch die dynamische Entwicklung am Mittwoch hat einmal mehr gezeigt, dass diese Zahlen stets nur Momentaufnahmen sind. Schon am Mittag appellierte Landrat Götz Ulrich daher erneut, achtsam zu sein. Und er begrüßte die Absage des Weihnachtsmarkts in Weißenfels: „So schmerzlich das auch ist.“ (mz)