Schlossfest Weißenfels

Schlossfest Weißenfels: Der etwas andere Auftakt

Weißenfels - Das viertägige Weißenfelser Spektakel wird auf Neu-Augustusburg eröffnet. Warum sich für die Besucher diesmal einiges geändert hat.

Von Andreas Richter 25.08.2017, 10:00

Wer am Donnerstagabend zum Eröffnungskonzert des Weißenfelser Schlossfestes in den Hof zu Neu-Augustusburg kam, der musste zunächst die Perspektive wechseln. Denn zum ersten Mal seit langer Zeit stand die große Bühne, auf der später das Südthüringische Kammerorchester aufspielte, vor dem Westflügel des riesigen Barockbaus. Alles wurde gedreht, weil die Schlossterrasse, über die die Gäste bisher zum Konzert strömten, in diesem Jahr eine Baustelle ist.

Stichwort Baustelle. Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) kam in seinen Begrüßungsworten um das Reizwort des Jahres in Weißenfels nicht herum. Schließlich ist mittlerweile fast die gesamte Innenstadt mit dem Herzstück Marktplatz eine solche. Doch zum Auftakt des viertägigen Volksfestes, für das immerhin die Zeitzer Straße als unmittelbare Zufahrt zum Schloss vorübergehend freigegeben wurde, wollte Risch vor allem Optimismus verbreiten. „Der gefühlte Zustand der Stadt ist schlechter als er wirklich ist“, sagte er und versprach: „In ein, zwei Jahren ist das Gröbste geschafft.“

Stadt Weißenfels wird nach dem Bauboom attraktiver

Immerhin werde die Stadt nach dem Bauboom attraktiver. Dass man schon jetzt von der Nähe zu Halle/Leipzig profitiere, zeige die Entwicklung des neuen Wohngebiets Seumesiedlung. 15 von 17 Familien, die dort Grundstücke erworben haben, kommen laut Risch aus dem Ballungsgebiet.

Etwas anders gestaltete sich schließlich auch die Fortsetzung des Abends nach den Begrüßungsworten des OB. Im Gegensatz zu früheren Jahren gab es kein Grußwort eines Landespolitikers. Der ursprünglich angekündigte Finanzminister Sachsen-Anhalts André Schröder (CDU) war vier Wochen vor der Bundestagswahl anderswo unentbehrlich. Und so war es dann vor dem Konzert doch noch ein bisschen wie immer: Weißenfelser, die sich besonders für das Wohl der Allgemeinheit einsetzen, wurden geehrt.

Mehr als 50 Jahren Leiterin einer Gymnastikgruppe für Frauen

Maren Hoffmann, seit mehr als 50 Jahren Leiterin einer Gymnastikgruppe für Frauen beim Sportverein Rot-Weiß Weißenfels, erhielt den Titel „Verdiente Bürgerin“. Kurt Böhme, Gemeindekirchenrat im Ortsteil Borau, wurde für seinen unermüdlichen Einsatz für die Sanierung der Kirche seines Ortes mit der Ehrennadel seiner Heimatstadt ausgezeichnet.

Ein bisschen anders war dann wieder der Schlussakkord des Auftaktabends. Nach dem mit viel Beifall bedachten Konzert auf der großen Bühne zogen die Gäste mit Stehvermögen zum Schlossvorplatz, wo erstmals ein Mondscheinkonzert für den stimmungsvollen Ausklang sorgte. (mz)