Protest gegen Tönnies

Protest gegen Tönnies: „Unerträgliche Arbeits- und Lebensbedingungen“

Weißenfels - Ein breites Bündnis hat am Freitag an mehreren Orten Deutschlands Protestkundgebungen gegen den Schlachtbetrieb Tönnies abgehalten. Auf dem Weißenfelser Marktplatz kamen rund 40 Demonstranten zusammen. Neben dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) beteiligten sich die Aktion Arbeitsunrecht, Vertreter der Linken und Grünen, Die Partei und weiterer ...

Von Martin Walter 13.09.2019, 14:29

Ein breites Bündnis hat am Freitag an mehreren Orten Deutschlands Protestkundgebungen gegen den Schlachtbetrieb Tönnies abgehalten. Auf dem Weißenfelser Marktplatz kamen rund 40 Demonstranten zusammen. Neben dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) beteiligten sich die Aktion Arbeitsunrecht, Vertreter der Linken und Grünen, Die Partei und weiterer Initiativen.

„Gegen die Ausbeutung von Mensch, Tier und Umwelt“, stand unter anderem auf den Plakaten und fasst gut zusammen, was in den Reden kritisiert wurde. Denn ebenso breit wie das Bündnis waren die Kritikpunkte an dem Schlachtunternehmen. Moniert wurden Verstöße gegen die europäische Tiertransportverordnung sowie die Geruchs- und Lärmbelästigung, denen die Anwohner in der Nähe der Anlage ausgesetzt seien. Der Protest richtete sich zudem gegen Erweiterungspläne des Weißenfelser Schlachthofs.

„Unerträgliche Arbeits- und Lebensbedingungen der Werkvertragsarbeiter“

Aber auch die „unerträglichen Arbeits- und Lebensbedingungen der Werkvertragsarbeiter“, die vor allem aus den osteuropäischen Ländern kommen, wurden vom BUND und den anderen Akteuren kritisiert. Diesbezüglich hatten bereits vergangene Woche zwei polnische Mitarbeiter gegenüber der MZ schwere Vorwürfe erhoben.

Tönnies-Pressesprecher André Vielstädte kündigte vergangene Woche gegenüber der MZ an, dass auch Unternehmensvertreter vor Ort sein wollen, um mit den Demonstranten ins Gespräch zu kommen. Auf dem Weißenfelser Marktplatz waren jedoch, zumindest im Umfeld der Demonstration, keine von ihnen ausfindig zu machen. Das deute laut Diana Harnisch darauf hin, dass etwas an den Vorwürfen dran sein muss, denn ansonsten könne man sich ihnen ja stellen.

Die stellvertretende Vorsitzende der BUND-Kreisgruppe Burgendlandkreis zeigt sich zufrieden mit der Kundgebung. „Es hätten mehr Teilnehmer sein können. Aber es ist schön, dass Menschen so vieler verschiedener Initiativen zusammengekommen sind“, resümiert sie. (mz)