Neue Handwerker

Neue Handwerker: Wann die Ladegastorgel in der Laurentiuskirche endlich erklingen wird

Weissenfels - Nach einem tragischen Unfall hat die Sanierung der Ladegastorgel in der Weißenfelser Laurentiuskirche über Monate geruht. Das historische Instrument war schon auseinandergebaut, als der Handwerker bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Mittlerweile ist es dem Ladegastverein aber gelungen, einen neuen Betrieb zu finden, der die begonnene Sanierung ...

Von Alexander Kempf 24.07.2019, 07:00

Nach einem tragischen Unfall hat die Sanierung der Ladegastorgel in der Weißenfelser Laurentiuskirche über Monate geruht. Das historische Instrument war schon auseinandergebaut, als der Handwerker bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Mittlerweile ist es dem Ladegastverein aber gelungen, einen neuen Betrieb zu finden, der die begonnene Sanierung fortführt.

Sanierung des Instruments nur durch Förderung des Landes möglich

Am Montag haben Mitarbeiter des Orgelbauers Bochmann aus dem sächsischen Kohren-Sahlis in Weißenfels mit den Arbeiten begonnen. Unter anderem hat der Spieltisch die Saalestadt verlassen, um aufgearbeitet zu werden. Laut der Vorsitzenden des Ladegastvereins soll die Orgel bis zum Juni kommenden Jahres saniert werden. „Dann müssen wir auch alles abgerechnet haben“, sagt Gisela Bevier. Denn möglich wird die Sanierung des Instruments nur durch eine Förderung des Landes. Insgesamt waren 54.000 Euro für die Reparatur der Orgel vorgesehen. Durch den Handwerkerwechsel ist diese Summe nun aber nicht mehr zu halten.

Insgesamt dürften sich die Ausgaben am Ende auf 63.000 Euro summieren. Netto, betont Gisela Bevier. Daraus ergibt sich derzeit eine Finanzierungslücke von noch rund 10.000 Euro. „Das müssen wir jetzt als Verein stemmen“, sagt die Vereinsvorsitzende. Sie ist zuversichtlich, dass dies gelingt. Sonst hätte man den Vertrag mit dem zweiten Betrieb auch nicht unterzeichnet.

Beim Verein dürfte die Erleichterung überwiegen, dass die Arbeiten überhaupt zu Ende geführt werden können. Zwar soll der verstorbene Orgelbauer seine Arbeit sorgfältig dokumentiert haben und so die Fortführung der Sanierung überhaupt erst möglich sein. Trotzdem ist es gar nicht einfach gewesen, Ersatz zu finden. „Orgelbauer sind auch Handwerker. Und sie wissen ja, wie schwierig die Situation auf dem Markt ist“, so Gisela Bevier. Der Verein habe der Fachfirma alles, was der Vorgänger hinterlassen hat, zur Verfügung gestellt.

Ladegastorgel in der Laurentiuskirche ist eng mit Weißenfels verbunden

Nun liegt es an den Handwerkern, die Ladegastorgel wieder zum Klingen zu bringen. Diese stammt aus der Werkstatt von Friedrich Ladegast, einem der bedeutendsten deutschen Orgelbauer aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Seine Geschichte ist eng mit der der Stadt Weißenfels verwoben. Hier hat er sich 1847 als Orgelbauer und Instrumentenmacher niedergelassen und konnte innerhalb weniger Jahre ein beachtliches Unternehmen aufbauen.

Friedrich Ladegast schuf zahlreiche Orgeln in Mitteldeutschland. Zu den prominentesten gehören sicherlich die im Merseburger Dom, der Leipziger Nikolaikirche oder der Wittenberger Schlosskirche. In Weißenfels stammen neben dem Instrument in der Laurentiuskirche auch die Orgel in St. Marien und in der Aula des Goethegymnasiums aus seiner Werkstatt. (mz)