„Es gibt keine Zukunft“

„Es gibt keine Zukunft“: Unfallhaus in Naumburger Straße wird abgerissen

Weissenfels - Diplom-Bauingenieur Christian Wackermann hat es schon länger gewusst. Das Haus an der Naumburger Straße, in das im Herbst vergangenen Jahres kurz nacheinander zwei Fahrzeuge gekracht sind, ist nicht mehr zu retten. Doch gerade weil es bei einem wirtschaftlichen Totalschaden um viel Geld geht, ist sein für den Eigentümer erstelltes Gutachten gleich mehrfach auf den Prüfstand gekommen. Mittlerweile sollen schon vier Statiker bestätigt haben, dass das Gebäude nicht mehr gerettet werden ...

Von Alexander Kempf 16.05.2019, 07:00

Diplom-Bauingenieur Christian Wackermann hat es schon länger gewusst. Das Haus an der Naumburger Straße, in das im Herbst vergangenen Jahres kurz nacheinander zwei Fahrzeuge gekracht sind, ist nicht mehr zu retten. Doch gerade weil es bei einem wirtschaftlichen Totalschaden um viel Geld geht, ist sein für den Eigentümer erstelltes Gutachten gleich mehrfach auf den Prüfstand gekommen. Mittlerweile sollen schon vier Statiker bestätigt haben, dass das Gebäude nicht mehr gerettet werden kann.

Das Ende naht: Unfallhaus in Naumburger Straße wird abgerissen

„Nitschewo. Es ist vorbei“, sagt Christian Wackermann, der die Interessen des Hauseigentümers auch in der Öffentlichkeit vertritt. Er erklärt, dass der untere Sockel des Gebäudes so stark verzogen ist, dass er nicht wiederhergestellt werden könne. Zumindest nicht, ohne zuvor die obere Etage abzutragen. Und das sei schlicht und ergreifend unwirtschaftlich. „Es gibt keine Zukunft“, prophezeit der Diplom-Bauingenieur dem Haus.

Doch auch wenn der Abriss sicher ist, steht derzeit noch nicht fest, wann die Abbrucharbeiten beginnen werden. Das hat zwei Gründe. Zum einen ist die Verkehrslage in der Weißenfelser Innenstadt durch die Sperrung der Nikolaistraße respektive der Georgenbergstraße ohnehin angespannt, verdeutlicht Christian Wackermann. Außerdem müssen die Versicherungen der beiden Unfallverursacher die vorliegenden Gutachten noch anerkennen.

Unfällen im Jahr 2018: Schaden am Urhaus und Anbau

Laut Christian Wackermann könnte sich der entstandene Schaden am Unfallhaus auf bis zu zwei Millionen Euro summieren. Denn nicht nur das an der Naumburger Straße stehende Gebäude, sondern auch das in der Rudolf-Götze-Straße ist dem Abriss geweiht. „Beide Gebäude sind nicht mehr haltbar“, so der Diplom-Bauingenieur.

Denn das Ensemble gehört zusammen. Das teil unterkellerte Gebäude an der Naumburger Straße ist das ältere von beiden und 1928 entstanden. Der sogenannte „unselbstständige Anbau“ in der Rudolf-Götze-Straße entstand vier Jahre später und ist voll unterkellert. Der Druck bei den beiden Unfällen im Jahr 2018 habe dazu geführt, dass nicht nur das Urhaus, sondern auch der Anbau Schaden genommen hat.

Unfallhaus soll noch 2019 abgerissen werden

Mehr als ein halbes Jahr liegen die beiden Unfälle nun schon zurück. Christian Wackermann würde das Vorhaben selbst lieber heute als morgen abschließen. Schließlich laufen durch die Sicherung täglich weitere Kosten auf. „Wir kommen nur Stück für Stück voran. Das ärgert mich selbst“, sagt er. Sein Ziel ist es, das Gebäude noch 2019 abzureißen. Bedingung ist zuvor aber die Einigung mit der Gegenseite, sprich den Versicherungen der Unfallverursacher.

Im Oktober des vergangenen Jahres war zunächst ein Lastwagen spektakulär durch die Hauswand des älteren Gebäudes gebrochen. Nur acht Tage später krachte ein alkoholisierter Autofahrer mit seinem Wagen in dieselbe Stelle. (mz)