Bundeswehr in Weißenfels

Bundeswehr in Weißenfels: Erstmals führt eine Frau das Regiment bei den Sanitätern

Weißenfels - Die Ärztin Stephanie Krause leitet als erste Frau das Weißenfelser Sanitätsregiment. Etwas Besonderes ist das für sie allerdings nicht.

Von Jan Iven 21.04.2018, 07:00

Die neue Kommandeurin des 1. Sanitätsregiments in Weißenfels, Stephanie Krause, ist zufrieden. „Die Sachsen-Anhalt-Kaserne in Weißenfels war mein absoluter Wunschstandort“, sagt die 39-Jährige, die Anfang April die Verantwortung für 600 Soldaten am größten Sanitätsstandort der Bundeswehr übernommen hat. Damit ist sie nun die Nachfolgerin von Oberstarzt Axel Wessel.

So gelte das 1. Sanitätsregiment in Weißenfels als eines der besten seiner Art bei der Bundeswehr. Zur Kommandoübergabe hat Stephanie Krause eine große schwarze Eins aus Pappe geschenkt bekommen. Was die Sanitätsoffizierin besonders freut: Nach fünf Jahren im Verteidigungsministerium in Berlin konnte sie endlich wieder in ihre alte Heimat Leipzig ziehen, wo sie noch Familie und Freunde hat.

Eine Frau hat jetzt das Kommando: Stephanie Krause hat Medizin in Magdeburg studiert

Die Stadt ihrer Kindheit hatte sie mit ihrer Familie kurz vor dem Fall der Mauer verlassen und war im niedersächsischen Oldenburg aufgewachsen. Nun ist sie zurück in Leipzig und pendelt täglich an die Saale. Von Weißenfels hat sie daher auch noch nicht soviel gesehen. „Ich war bisher im Schloss. Das ist ziemlich beeindruckend“, findet Stephanie Krause, die an der Universität Magdeburg Medizin studiert hat. Sie hat sich vorgenommen, Weißenfels in Zukunft besser kennenzulernen.

Bisher geht sie vor allem mit anderen Soldaten in der Umgebung der Kaserne joggen. „Ich sage meinen Leuten, dass sie genügend Sport treiben sollen. Da muss ich natürlich mit gutem Beispiel vorangehen“, sagt sie. Während ihrer Arbeit im Verteidigungsministerium, wo sie unter anderem als persönliche Referentin für den Staatssekretär Gerd Hoofe tätig war, hat sie dafür nicht immer ausreichend Zeit gefunden. Die Zeit im Ministerium empfand sie als Herausforderung. Nun ist sie froh, wieder bei der Truppe zu sein.

„Ich habe mich als Frau nie als etwas Besonderes bei der Bundeswehr empfunden“

Der offizielle Dienstgrad von Stephanie Krause lautet tatsächlich Oberfeldarzt - eine weibliche Form gibt es bei der Bundeswehr nicht, was sie allerdings nicht stört. „Ich habe mich als Frau nie als etwas Besonderes bei der Bundeswehr empfunden“, sagt die Offizierin. Und deswegen möchte sie daraus eigentlich auch gar kein großes Thema machen.

Gerade im Sanitätsdienst liegt der Frauenanteil bei mehr als 40 Prozent, im Vergleich zu zwölf Prozent in der gesamten Bundeswehr. Frauen in dem Bereich seien daher selbstverständlich. „Nur auf der Führungsebene hatten Frauen lange Zeit keine Vorbilder. Aber das ändert sich gerade und Ministerin Ursula von der Leyen engagiert sich sehr für das Thema“, sagt sie. Bisher gibt es in Deutschland bei der Bundeswehr allerdings nur eine Handvoll Kommandeurinnen.

300 neue Rekruten kommen im Juli

In den kommenden Monaten warten auf das 1. Sanitätsregiment allerlei Aufgaben. „Die Auftragslage ist ordentlich“, sagt Krause. Im Mai wird ein mobiles Lazarett in Containern von Weißenfels nach Mali geschickt und dort errichtet. Von der Krankenstation bis zum kleinen Krankenhaus kann das Sanitätsregiment praktisch alles liefern. Im Juli kommen 300 neue Rekruten für den Sanitätsdienst, die in der Sachsen-Anhalt-Kaserne an der Zeitzer Straße ihre dreimonatige Grundausbildung absolvieren.

Stephanie Krause will in absehbarer Zeit auch an einem Auslandseinsatz teilnehmen. „Das ist mein Anspruch an mich selbst, damit ich mitreden kann“, sagt sie. Das Ziel steht noch nicht fest. Das Kommando des 1. Sanitätsregiment wird sie voraussichtlich drei Jahre lang führen. Wie es danach weitergeht, werde sich zeigen. Doch die Sachsen-Anhalt-Kaserne gilt bei der Bundeswehr durchaus als Sprungbrett. (mz)