Bundesverkehrswegeplan

Bundesverkehrswegeplan: Weißenfels soll Südumfahrung erhalten

Weissenfels - Nicht ganz zufrieden mit der vorliegenden Bundesverkehrswegeplanung bis 2030 zeigten sich Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses des Kreistages. Dem Ausschuss stellte jüngst ein Vertreter der Landesstraßenbaubehörde das umfangreiche Planungspapier vor, das sich derzeit noch im öffentlichen Beteiligungsverfahren ...

25.04.2016, 07:26

Nicht ganz zufrieden mit der vorliegenden Bundesverkehrswegeplanung bis 2030 zeigten sich Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses des Kreistages. Dem Ausschuss stellte jüngst ein Vertreter der Landesstraßenbaubehörde das umfangreiche Planungspapier vor, das sich derzeit noch im öffentlichen Beteiligungsverfahren befindet.

Verbindung nach Thüringen im Blick

So sind in die Kategorie des Vordringlichen Bedarfs dort eingeordnet das bereits laufende Projekt der Ortsumfahrung B 91 Theißen, aber auch die Südtangente der B 87 - Ortsumfahrung Weißenfels - sowie die B 87 in Naumburg mit Ortsumfahrungen für Naumburg, Bad Kösen, Taugwitz/Poppel und Eckartsberga. Hier sind die Chancen recht groß, dass bis 2030 gebaut wird. Offenbar ist mit den letzteren Baumaßnahmen eine bessere Verkehrsführung nach Thüringen gewollt. Allerdings ist die Dringlichkeit des Baus dadurch eingeschränkt, dass eingeschätzt wird, mit dem Bau müsse keine Engstelle beseitigt werden.

Gute Verwirklichungschancen scheint auch die Südumfahrung Weißenfels in dem Zeitraum zu haben. Allerdings gibt es momentan zwei mögliche Trassenführungen. Die Stadtverwaltung hat in ihrem Flächennutzungsplan eine stadtnahe Freihaltetrasse ausgewiesen. Im Bundesverkehrswegeplan ist sie deutlich südlicher eingezeichnet. Sie würde nicht bei Leißling auf die bestehende B 87 treffen, sondern erst nahe Prittitz und Plotha.

Die Planer haben Bewertungsmaßstäbe aufgestellt, mit denen sie die von den Ländern angemeldeten Bauvorhaben in die Kategorien Vordringlicher Bedarf, Weiterer Bedarf und Kein Bedarf eingeordnet haben. Im Weiteren Bedarf tauchen Ortsumgehungen für Giebelroth und Droßdorf (B 2) auf sowie für Kretzschau (bis nach Döschwitz). Einig war man sich darin, dem Wunsch einer Ortsumfahrung für Wethau noch einmal Nachdruck zu verleihen. Denn dieser rangiert sehr weit hinten in der Liste des Weiteren Bedarfs.

Enttäuschung bei Naumburgern

Für die B 91 Zeitz-Werschen, die von den Bundesplanern auch nicht so dringend eingeschätzt wird, ist nun das Ziel, wenigstens vor 2030 mit der Planung beginnen zu können, wenn schon bis dahin nicht Baubeginn erreicht werden kann. Die Ortsumgehung für Pretzsch ist noch weiter abgeschlagen. Doch scheint sich dafür niemand extra einsetzen zu wollen .

Wenig aufgeregt sieht das Land auch die Tatsache, dass die Ortsumfahrung Naumburg der B 180 weit hinten rangiert. Allerdings reagierten besonders die Naumburger Kreisräte hier empfindlich, weil sie mit dieser Umverlegung der B 180 die Hoffnung verbinden, dass Verkehr aus der Stadt rauskommt. Dem entgegen stellte sich Kreisrätin Dorothee Berthold (Bündnis 90/Grüne) mit Ergebnissen einer Analyse ihrer Partei, nach der Aufwand und Ergebnis das Vorhaben nicht rechtfertigten.

Ende Mai läuft die sechswöchige Frist aus, in der die Öffentlichkeit sich zur Bundesverkehrswegeplanung äußern kann. Einzusehen ist sie im Internet auf der Seite des Bundesverkehrsministeriums oder auf Papier beim Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr in Magdeburg. Weitere Informationen zum Bundesverkehrswegeplan und der Plan selbst unter www.bmvi.de