Kein schnelles Internet

Breitbandausbau im Burgenlandkreis: Kein schnelles Internet auf dem „Roten Berg“ in Uichteritz

Uichteritz - Firma Inexio erschließt zwar Uichteritz, doch für das Wohngebiet „Roter Berg“ bremst Kupferleitung höhere Leistung. Nun wird Alternative gesucht.

Von Holger Zimmer 20.02.2017, 09:49

Schnelles Internet auf dem „Roten Berg“ zwischen Uichteritz und Lobitzsch? Der Begriff allein macht die Bewohner des Wohngebietes zornig. Denn seitdem es eine Bürgerinformation in der Gaststätte „Zur Weintraube“ gegeben hat, fühlen sich die Grundstückseigentümer veralbert.

Ein Vertreter der Firma Quix - ein Tochterunternehmen von Inexio - hatte nämlich darauf verwiesen, dass man nicht wisse, was für ein Datenvolumen vom Kabelverzweiger am Erdmann-Neumeister-Platz am Ende der kilometerlangen Kupferleitung noch ankomme.

Freude über schnelles Internet am „Roten Berg“ schnell verflogen

Die Freude übers schnelle Internet war so schnell verflogen, wie sie gekommen war. Denn ohne die neue Technik sind selbst Schüler aufgeschmissen, die zwar jede Menge Wissen abschöpfen könnten, denen aber bislang auf dem „Roten Berg“ technische Grenzen gesetzt sind. Die Probleme habe man nicht nur als Selbstständiger, sondern schon beim Online-Banking.

Könnte die Lösung darin bestehen, die bevorstehende Sanierung der Lobitzscher Straße zu nutzen, um zu einer effektiveren Lösung zu kommen? Oder stehen dem reine geschäftliche Interessen entgegen, fragten Anwohner.

Unternehmen Inexio versorgt Storkau, Obschütz und Uichteritz - das Wohngebiet „Roter Berg“ aber fällt unter den Tisch

Fakt ist, dass das Unternehmen Inexio, das sich schnelles Internet für den ländlichen Raum auf die Fahne geschrieben hat, die Versorgung des Gebietes Storkau, Obschütz und Uichteritz beim Burgenlandkreis und der Bundesnetzagentur angezeigt hatte. Das war fast auf den Tag genau vor einem Jahr.

Damit war diese Region nicht mehr Bestandteil der Ausschreibung des Burgenlandkreises, von der vor allem die Telekom profitierte. Das bedeutete, dass Inexio mit Eigenmitteln und ohne Förderung die Rahmenbedingungen schaffen muss.

Wie Enrico Hesse, bei Inexio für den Vertrieb im ländlichen Raum zuständig, betonte, ging das mit einer Garantie einher, die Versorgung mit mindestens 30 Megabit in der Sekunde zu gewährleisten. Allerdings gebe es dafür ein Versorgungsgebiet, in dessen Grenzen das geschehen soll, sagte Hesse. Die Information dazu sei der Verwaltung des Landkreises zugegangen und mit ihr war ersichtlich, dass der „Rote Berg“ faktisch nicht berücksichtigt werde.

Keine schnelles Internet am „Roten Berg“: Erste Gespräche nach Bürgerbeschwerden

Diesbezüglich schüttelte Udo Thiele, Leiter des Bauordnungsamtes der Kreisverwaltung den Kopf. Das Land habe dem Burgenlandkreis ein zertifiziertes Büro an die Seite gestellt, das über technisch versierte Fachleute verfüge. Aber er habe von dieser Seite keine Informationen zum „Roten Berg“ erhalten.

Unabhängig davon hatte es nach den Bürgerbeschwerden bereits vor anderthalben Wochen eine Zusammenkunft von Lars Meinhardt, Amtsleiter für Wirtschaftsförderung in Weißenfels, und Udo Thieme gegeben. Vergangenen Montag, folgte eine Kontaktaufnahme mit Enrico Hesse, der gerade aus dem Urlaub gekommen war. Und um weiteren Zeitverzug zu vermeiden, gab es zwischen den Verantwortlichen am Mittwoch eine Telefonkonferenz.

Wie der Inexio-Vertreter signalisierte, kam letztlich heraus, dass es vom Kabelverzweiger nicht nur 1.500, sondern sogar noch 300 Meter mehr bis zu den Kunden auf dem „Roten Berg“ seien. Seine Hoffnung, dass man wenigstens 20 Megabit und damit eine geringfügige Verbesserung erreichen könne, zerstoben. Er sagte: „Wir hatten uns das auch anders vorgestellt, aber wir kommen nicht mal auf zehn Megabit.“

Bauarbeiten in Lobitzscher Straße: Inexio sieht keine Chance auf technsiche Lösung

Hesse, Thieme und Meinhardt stimmen überein, dass eine Alternative her muss. Am Freitag war nun klar, dass sich Inexio nicht zu einer technischen Lösung im Zuge der Bauarbeiten in der Lobitzscher Straße in der Lage sieht. Das sei mit bis zu 130.000 Euro zu teuer, zumal Glasfaser bis ins Haus gelegt werden müsste, sagte Hesse.

Der nächste Schritt ist nun, dass der Burgenlandkreis an die Telekom herantritt. Denn für die wäre es von Lobitzsch, wo Breitband anliegt, nicht einmal halb so weit zum „Roten Berg“ wie vom Kabelverzweiger im Uichteritzer Ortszentrum. Und immerhin hat dieses Unternehmen bei der Ausschreibung in Sachen schnelles Internet im Landkreis den Zuschlag mitsamt entsprechender Förderung bekommen. (mz)