Bevölkerung

Bevölkerung: Weißenfels überholt Prognose

Weissenfels - In Weißenfels haben Ende vergangenen Jahres knapp 41.600 Menschen gewohnt. Damit hat die Saalestadt nicht nur ihre Position als bevölkerungsreichste Stadt im Burgenlandkreis gefestigt (siehe Grafik). Sie hat zugleich die Bevölkerungsprognose des Landes deutlich überholt. Der Vorhersage zufolge sollte Weißenfels Ende vergangenen Jahres rund 39.600 Einwohner haben. Tatsächlich sind es nun 2.000 ...

Von Andreas Richter und Angelika Andräs 07.02.2017, 05:45
Zahlreiche Menschen gehen eine Straße entlang.
Zahlreiche Menschen gehen eine Straße entlang. dpa

In Weißenfels haben Ende vergangenen Jahres knapp 41.600 Menschen gewohnt. Damit hat die Saalestadt nicht nur ihre Position als bevölkerungsreichste Stadt im Burgenlandkreis gefestigt (siehe Grafik). Sie hat zugleich die Bevölkerungsprognose des Landes deutlich überholt. Der Vorhersage zufolge sollte Weißenfels Ende vergangenen Jahres rund 39.600 Einwohner haben. Tatsächlich sind es nun 2.000 mehr.

Mehr Geburten in Weißenfels

Zu dieser positiven Entwicklung trägt auch die Geburtenrate bei. Immerhin wurden in Weißenfels im vergangenen Jahr erstmals seit langem deutlich mehr als 300 Kinder geboren - genau 341 Mädchen und Jungen. Auch hier liegt die Stadt klar über der Prognose des Landes. Diese hatte für 2016 lediglich 272 Geburten vorhergesagt. Allerdings liegt die Zahl der Sterbefälle mit 584 noch immer deutlich über der Geburtenrate.

Für den allgemein positiven Trend bei der Bevölkerungsentwicklung sieht Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) zwei wesentliche Gründe: „Zum einen haben wir in den vergangenen Jahren viel dafür getan, unsere ausländischen Mitbürger zu integrieren, und wir werden auch weiterhin an dieser Aufgabe arbeiten.

Zum anderen partizipieren wir von der geografischen Lage im Ballungsraum Leipzig-Halle und von der Entwicklung der Unternehmen in unserer Stadt. Wir haben einen guten Branchenmix und auch ein Angebot von hochwertigen Arbeitsplätzen.“

Auf seiner jüngsten Sitzung befasste sich auch der Sozialausschuss des Stadtrates mit der Bevölkerungsentwicklung in Weißenfels. Dabei verwies Risch darauf, dass mittlerweile rund 500 Frauen und Männer täglich aus Richtung Leipzig nach Weißenfels pendeln.

Etwa 2.000 in Weißenfels Beschäftigte hätten gegenwärtig nur einen Nebenwohnsitz in der Saalestadt. Das Fazit des OB: „Wir sind zurzeit als Arbeitsort deutlich attraktiver denn als Wohnort.“

Wie die Stadt attraktiver gemacht werden könnte

Dabei gehe es nicht nur um Wohnungen an sich, sondern um die sogenannten weichen Standortfaktoren. „Uns fehlt attraktiver öffentlicher Raum“, sagte Risch und hatte Stichworte dafür parat: eine viel zu kleine Bibliothek, sanierungsbedürftige Bäder, fehlende Angebote wie Kino oder Indoor-Spielplatz. „Wir dürfen uns nicht nur auf den Tourismus konzentrieren. Wir müssen die Stadt für unsere Bewohner attraktiver machen“, so Risch.

Während also Weißenfels den Aufschwung stabilisieren will, muss Zeitz einem Abwärtstrend entgegenwirken. Noch 1990 hatte die Elsterstadt die meisten Einwohner auf dem Gebiet des späteren Burgenlandkreises. Seitdem hat die Elsterstadt konstant Bewohner verloren und ist mittlerweile das Schlusslicht unter den drei großen Städten im Landkreis.

Auch Oberbürgermeister Christian Thieme (CDU) ist klar, dass eine Stadt neben Arbeitsplätzen eine lebenswerte Umgebung bieten muss. „Es ist zumindest erfreulich zu sehen, dass der Bevölkerungsrückgang deutlich hinter den Prognosen zurückbleibt“, sagt er. Immerhin verlor die Kommune 2016 nur 142 Bewohner, viel weniger als noch ein paar Jahre zuvor. Da waren es im Durchschnitt erst 1.000, dann 500 weniger pro Jahr. Gestoppt ist die Abwanderung noch nicht. Prognostiziert sind laut Statistischem Landesamt für 2020 gut 27.000 Einwohner.

Auf eine konstante Einwohnerentwicklung kann die Kreisstadt Naumburg verweisen. Mittlerweile leben dort rund 3 000 Einwohner mehr als in Zeitz. „Wir haben uns verstärkt um attraktive Wohnangebote bemüht. Außerdem entwickelt sich unsere Kulturlandschaft mit feststehenden Angeboten im Jahreskalender immer weiter“, sagte Naumburgs Oberbürgermeister Bernward Küper (CDU).

(mz)