Bangen um Schulsozialarbeiter

Bangen um Schulsozialarbeiter: „Langfristige Planung für alle Kollegen schwierig“

Weißenfels - Zunächst klingt die Nachricht gut: Die Schulsozialarbeit in Sachsen-Anhalt soll verlängert werden. Allerdings -so der Haken- nur um ein weiteres Jahr bis 2021. Eine Entscheidung, die Kristin Scharf von der Weißenfelser Neustadtschule mit gemischten Gefühlen aufnimmt. „Denn sie macht die langfristige Zukunftsplanung für alle Kollegen schwierig, wenn nicht gar unmöglich“, meint ...

Von Meike Ruppe-Schmidt 12.06.2019, 13:15

Zunächst klingt die Nachricht gut: Die Schulsozialarbeit in Sachsen-Anhalt soll verlängert werden. Allerdings -so der Haken- nur um ein weiteres Jahr bis 2021. Eine Entscheidung, die Kristin Scharf von der Weißenfelser Neustadtschule mit gemischten Gefühlen aufnimmt. „Denn sie macht die langfristige Zukunftsplanung für alle Kollegen schwierig, wenn nicht gar unmöglich“, meint sie.

Seit zehn Jahren ist die 36-Jährige in der Einrichtung tätig, betreut unter anderem den Schulgarten, organisiert Anti-Mobbing-Workshops und kümmert sich intensiv um Schulverweigerer. Dass sie die Schule verlassen muss, weil Fördermittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) und Landesmitteln auslaufen, wollten ihre Schüler verhindern. Im Rahmen des Aktionsbündnisses Schulsozialarbeit beteiligten sich die Kinder deshalb im März an einer Unterschriftensammlung im Rahmen des landesweiten Aktionsbündnisses Schulsozialarbeit.

„Über 800 Unterschriften wurden auf diesem Weg allein durch unsere Schüler gesammelt“

„Über 800 Unterschriften wurden auf diesem Weg allein durch unsere Schüler gesammelt“, berichtet Scharf stolz. Neben der Neustadtschule haben sich in Weißenfels die Berufsbildenden Schulen, die Ökoweg-Schule, die Herdergrundschule und die Albert-Schweitzer-Schule beteiligt. Hinzu kamen weitere Schulen aus dem Landkreis und dem Land Sachsen-Anhalt.

„Insgesamt kamen dabei rund 118.000 Unterschriften zusammen“ so Scharf. Mit der Aktion wollte man erreichen, dass Schulsozialarbeit dauerhaft an Schulen etabliert wird. „Dieses Ziel wurde zwar nicht erreicht. Aber wir konnten zumindest die Öffentlichkeit sensibilisieren“, sagt Scharf. Das Bangen um die Schulsozialarbeit geht aber weiter. (mz)