Unruhe in Weißenfels

Aufregung in Weißenfels: Wolf sorgt für Debatte mit Biss

Weißenfels - Hat der Wolf in Weißenfels sein Unwesen getrieben? Das Tier sorgt für Unruhe und Diskussionen.

Von Alexander Kempf

Ein vermeintlicher Wolf, welcher in der Gartensparte „Geschwister Scholl“ gesichtet wurde, sorgt in Weißenfels für eine Kontroverse. Nicht ohne Häme kommentiert etwa ein Nutzer via Facebook: „Bin gespannt, wann der Erste ein Känguru im Garten sieht.“

Nicht jeder kann sich vorstellen, dass das Tier, welches Seniorin Regina Bänsch am Dienstagmorgen auf einem Beet in ihrem Garten gesehen sah, tatsächlich ein Wolf war.

Dabei stellte der Weißenfelser Stadtjäger Armin Deubel schon am Mittwoch klar, dass er in diesem Jahr bereits zwei Wolfsrisse im Stadtgebiet festgestellt hat.

Diskussion um Wolf in Weißenfels: Seniorin erhält Zuspruch auf Facebook

Eine Wolfssichtung sei daher nicht auszuschließen, auch nicht in einer Kleingartenanlage. „Da kann es sich nur um einen jungen Wolf handeln“, schlussfolgerte der Stadtjäger. Zumal er Berichte kennt, wonach Wölfe in der Nähe von Halle und Eisleben Autobahnen überquert hätten.

Bei Facebook erfährt die Weißenfelser Seniorin, die den Wolf gesichtet haben will, auch Zuspruch. „Ich kann ihr Mulmigkeitsgefühl schon verstehen“, schreibt eine Nutzerin.

Ihr erscheint die Seniorin sogar privilegiert. Wer könne schon von sich behaupten, einen Wolf in freier Wildbahn gesehen zu haben. „Mit ein wenig Wissensvermittlung kann sie dieses Erlebnis vielleicht später auch mal genießen“, schreibt die Nutzerin.

Wolf in Weißenfels gesichtet: Stadtjäger steht Tier skeptisch gegenüber

Der Wolf polarisiert die Menschen seit jeher. „Ich finde es toll, dass solche Tiere wieder kommen. Der Luchs ist auch wieder auf dem Vormarsch“, kommentiert ein Nutzer die vermeintliche Wolfssichtung in der Gartenanlage. Ein anderer weist auf mögliche Gefahren durch das Raubtier hin. „Im Rudel werden sie gefährlich“, schreibt er.

Skeptisch steht dem Wolf auch der Stadtjäger selbst gegenüber. Armin Deubel sieht die Raubtiere in der Lausitz besser aufgehoben. Dort biete sich ihnen in Wäldern viel Platz. Anders als im Burgenlandkreis, der dicht besiedelt ist und wo es ein deutlich höheres Verkehrsaufkommen gibt. (mz)