Asklepios-Klinik in Weißenfels

Asklepios-Klinik in Weißenfels: Freude über viele Babys

Weissenfels - Asklepios-Klinik in Weißenfels verzeichnet Geburtenanstieg. Im Kreißsaal wird es immer internationaler.

Von Petra Wozny 21.08.2017, 07:00

Babys fühlen sich im Burgenlandkreis wohl. Das zeigen die Zahlen des Landesamtes für Statistik. Im vergangenen Jahr erblickten zwischen Zeitz, Naumburg und Weißenfels 696 Babys das Licht der Welt - das waren 21 mehr als noch das Jahr zuvor. Zwar bewegt sich der Zuwachs mit einem Plus von 3,1 Prozent noch im einstelligen Bereich - der Saalekreis kann bereits mit elf Prozent punkten, aber der Positivtrend setzt sich in diesem Jahr an Saale und Unstrut fort.

Das kann auch die Asklepios-Klinik in Weißenfels bestätigen. Hier wurden vor zwei Jahren 475 Mädchen und Jungen geboren. Im Vorjahr waren es bereits 519 und bis zum vergangenen Freitag erblickten bereits 310 Kinder das Licht der Welt in der Saalestadt. Geht das so weiter, könnte in Weißenfels die 600er-Marke geknackt werden. Doch die Oberärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Christiane Schrock, tritt auf die Euphoriebremse.

Mehr Mädchen als in den zurückliegenden Jahren geboren

„Der Bauer zählt die Küken im Herbst und wir schreiben erst am Ende des Jahres die Statistik. Ja, wir freuen uns über die Entwicklung, aber von einem Boom sprechen wir nicht.“ Die erfahrene Medizinerin, sie arbeitet bereits seit vier Jahrzehnten als Frauenärztin, verweist auf starke und schwache Geburtenjahrgänge, die sich abwechseln würden. Von Hochzeiten wie Mitte der 1960er Jahre, da verzeichneten die Kliniken vierstellige Geburtenzahlen, seien die Regionen ohnehin weit entfernt.

Neu sei, dass aufgrund der veränderten Demografie - die Kommunen überaltern - die Anzahl der Frauen rückläufig sei. Dieser Anteil bringe jedoch mehr Kinder zur Welt. Übrigens waren es seit Januar bis Mitte August erstmals mit 51 Prozent mehr Mädchen als in den zurückliegenden Jahren.

Mütter zwischen 14 und 45 Jahre alt

Heute seien die werdenden Mütter zwischen 14 und 45 Jahre alt. Hinzu komme eine wachsende Internationalisierung im Kreißsaal, betont die Ärztin. Mehr als 2.000 Polen wohnen derzeit in der Saalestadt. Die Männer würden meist eine Beschäftigung im hiesigen Fleischwerk Tönnies haben. „Es sind junge Familien, die hier ansässig sind. Logisch, dass sich da auch Kinder einstellen“, betont Schrock.

Aber es sei auch „eine schöne Anzahl“ an Kindern von Asylsuchenden hinzu gekommen. „Das verlangt uns eine Menge ab“, betont Hebamme Birgit Kretzschmar. Mitunter würden Dolmetscher zur Verfügung gestellt, denn nicht immer käme das medizinische Personal während der Geburt mit Englisch weiter. „Wir stellen uns auch auf die anderen Gewohnheiten ein, was sich sowohl beim Essen als auch bei der weit höheren Anzahl der Besucher ausdrückt“, betont die Oberärztin. Sie lacht: „Aber wir kommen damit klar und versuchen die Mentalitäten zu berücksichtigen.“

Nicht alle Schwangeren in Weißenfels entbinden in der Asklepios-Klinik

Dass im Asklepios-Klinikum so viele Kinder zur Welt kommen, ist auch eine Frage der Attraktivität des Hauses. Von der Vorsorgeuntersuchung über drei moderne Kreißsäle, ein Familienzimmer, in dem auch der Vater mit übernachten kann, das Rooming in für die Babys, ein Kinderzimmer, bis hin zum Erzählcafé für die Mütter mit ihren Babys bietet Asklepios eine Menge für die Familien.

Doch nicht alle hiesigen Schwangeren entbinden auch hier. „Wir haben Frauen, die aufgrund der Diagnose in die Referenzzentren wie in Halle geschickt werden müssen, da dort die Versorgung unter und nach der Geburt noch intensiver ist. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Natürlich haben wir auch Frauen, die zwar hier wohnen, sich aber für eine andere Klinik entscheiden. Doch das Gros kommt aus dem Burgenlandkreis sowie aus Braunsbedra und Mücheln, ja sogar von weiter her“, beschreibt Oberärztin Schrock das Patientenklientel.

Verweildauer in der Klinik liegtbei drei Tagen

Die Verweildauer in der Klinik liegt übrigens bei einer normal verlaufenden Geburt bei drei Tagen. Nach einem Kaiserschnitt - etwa 30 Prozent der Babys werden so auf die Welt gebracht, bei vier Tagen.

Bianca Uebe zum Beispiel hat sich für Weißenfels entschieden, obwohl sie in Leuna zu Hause ist und das Basedow-Klinikum eigentlich näher liegt. Bei ihr steht in wenigen Tagen die Geburt ihres zweiten Kindes an. Es wird per Kaiserschnitt auf die Welt geholt. „Ich habe von der gute Betreuung hier gehört. Musste auch schon zwischenzeitlich auf Station und fühle mich in guten Händen“, schildert sie. (mz)