„Alban und die Königin“

„Alban und die Königin“: Weißenfelser Musical erhält keine Förderung vom Land

Weißenfels - Für die Mitwirkenden des Musicals „Alban und die Königin“ ist es eine Katastrophe: Erstmals steht das Musiktheater auf der Kippe, das in den Vorjahren Tausende Zuschauer angezogen hat. Der Grund ist, dass das Land anders als in den Vorjahren kein Geld mehr für das Projekt geben will. Dadurch fehlt den Laienmusiker des Vereins „music art weissenfels“ ein fünfstelliger Betrag. Ob es zu einer Aufführung im Mai 2017 kommen wird, hängt nun von neuen Sponsoren ...

Von Carmen Busch 30.04.2016, 06:00

Für die Mitwirkenden des Musicals „Alban und die Königin“ ist es eine Katastrophe: Erstmals steht das Musiktheater auf der Kippe, das in den Vorjahren Tausende Zuschauer angezogen hat. Der Grund ist, dass das Land anders als in den Vorjahren kein Geld mehr für das Projekt geben will. Dadurch fehlt den Laienmusiker des Vereins „music art weissenfels“ ein fünfstelliger Betrag. Ob es zu einer Aufführung im Mai 2017 kommen wird, hängt nun von neuen Sponsoren ab.

Verein nicht auf der Prioritätenliste

Denise Vopel, Pressesprecherin vom Landesverwaltungsamt in Halle, bestätigt, dass der Verein nicht auf der Prioritätenliste der Kulturförderung für 2016 stehe. „Viele Vereine beantragen Fördermittel beim Land, aber wir haben nur eine begrenzte Summe zur Verfügung. Etliche Anträge wie die von music art mit einer höheren Fördermittelanfrage sind daher abgelehnt worden“, sagt Vopel der MZ.

Problem Nummer zwei: Da die Gesamtfinanzierung nicht mehr steht, hat sich auch Lotto-Toto vom Projekt zurückgezogen. Laut der Pressesprecherin der Lotto-Toto Gesellschaft Sachsen-Anhalts, Astrid Wesslers, ist die Förderungswürdigkeit eines Vorhabens zu überprüfen. Diese sei unter anderem von der überregionalen Bedeutung abhängig. Da eine entscheidende Empfehlung vom Land Sachsen-Anhalt für „Alban und die Königin“ fehle, habe auch das entsprechende Fachressort keine Zustimmung für einen Zuschuss gegeben.

Dass die überregionale Strahlkraft des Projektes nicht erkannt wurde, ärgert Vereinsvorsitzende Barbara Döring und Autor Kay Zeisberg. Mit Bach, Schütz und Novalis habe das Musical nicht wenige Charaktere, die von erheblichem Landesinteresse seien und vom kulturellen Reichtum der Region zeugen. „Für die Weißenfelser ist das ein wirklich tolles Musikwerk, von dem wir alle profitieren werden - auch touristisch“, ist sich Döring sicher. Bereits zum letzten Projekt „Elisabeth - Legende einer Heiligen“ sind mehr als 6.000 Besucher in das Kulturhaus nach Weißenfels geströmt. In vollen Reisebussen sind Musicalfans aus ganz Deutschland in die Saalestadt gereist.

Verein hat sich bereits einen Namen gemacht

Music art hat sich unter den Laienensembles bereits einen Namen gemacht. Daher hält die 44-jährige fest am Plan, das Musical im Mai 2017 auf die Bühne zu bringen. Mit einem viel kleineren Budget setzt der Verein die Arbeit fort. Die Förderung von 1.000 Euro des Burgenlandkreises ist bewilligt worden, eine Entscheidung vom Kulturausschuss der Stadt Weißenfels steht noch aus. Eine Erhöhung der Eintrittspreise lehnt aber der Verein aber rigoros ab. „Mehr als 20 Euro darf eine Karte hier nicht kosten. Das ist die Grenze“, sagt Döring. Für Familien soll das Stück erschwinglich bleiben.

„Momentan tragen wir den Löwenanteil der Kosten selbst“, sagt die Vorsitzende. Allein für 2016 fallen Kosten von rund 50 000 Euro an. Das betreffe hauptsächlich Kosten für Komposition und Text, Kostüme, Bühnenbild und die Übungsleitervergütung. Dabei sind Versicherungen, Tontechnik, Saalmiete sowie Tantiemen für Autor und Komponist noch nicht hineingerechnet. „Die hohe Summe kommt zustande, weil es ein neues Stück ist und wir für die Entstehung bezahlen müssen“, erklärt Döring. Bei vergangenen Projekten mussten nur Lizenzgebühren bezahlt werden. Diese seien im Vergleich zu einem Neuwerk viel geringer.

Stück mit Kulturauftrag

„Oberbürgermeister und Kulturamtsleiter stehen zum Glück hinter dem Projekt“, sagt Kay Zeisberg, Autor des Stückes. „Es ist ein werbewirksames Kulturvorhaben und kann durchaus als eine Investition in die Zukunft der Stadt angesehen werden“, sagt er. Der Leipziger honoriert das private Engagement der Vereinsmitglieder. Dennoch findet er, dass das Projekt problemloser durch einen weitblickenden Sponsor oder Förderer finanziert werden könne. „Ich sehe auch den Kulturauftrag des Stückes. Neben der Stadtgeschichte vermittelt es kulturelle Werte“, betont Zeisberg. Er hoffe, dass andere Weißenfelser Firmen den Wert des Stückes erkennen und die künstlerisch ambitionierten Bürger unterstützen.

Ganz aus der Welt ist eine Landesförderung noch nicht. Laut Denise Vopel könnte der Vorgang noch mal geprüft werden. Voraussetzung wäre eine Nachbearbeitung des Förderantrages. (mz)