Wie soll Platz künftig heißen?

Wie soll Platz künftig heißen? Weiter Streit um Genscher oder Schmied

Sangerhausen - Die FDP hält an ihrer Idee fest, den bisher namenlosen Platz zwischen Markt und Friedrich-Schmidt-Straße in Sangerhausen nach dem ehemaligen Außenminister Hans-Dietrich Genscher zu benennen.

Von Frank Schedwill

Die FDP hält an ihrer Idee fest, den bisher namenlosen Platz zwischen Markt und Friedrich-Schmidt-Straße in Sangerhausen nach dem ehemaligen Außenminister Hans-Dietrich Genscher zu benennen. Das sagte der frühere FDP-Stadtrat Udo Schwarz, der die Idee zu der Namensvergabe hatte.

Platz wird umgestaltet

„Ich glaube weiter, dass ein Genscherplatz Sangerhausen gut zu Gesicht stehen würde. Es geht nicht nur darum, dass Genscher 1990 auf dem benachbarten Markt vor Tausenden Sangerhäusern gesprochen hat. Man muss vor allem sehen, was hat er für Europa, Deutschland und damit auch für Sangerhausen getan“, so Schwarz. Deshalb sei eine Ehrung sinnvoll. Der Platz, der Genschers Namen tragen soll, wird derzeit umgestaltet.

Schwarz reagierte damit auf die Idee von Bürgern, die auch der Wilhelm-Schmied-Verein aufgegriffen hat. Sie wollen den Platz nicht nach Genscher, sondern nach dem bekannten Sangerhäuser Kunstmaler Maler Wilhelm Schmied (1910-1984) benennen. Der hatte in einem heute nicht mehr existierenden Haus an der Schmidtstraße sein erstes Atelier. Der 61-jährige Hans-Christoph Schneider hat dazu mittlerweile eine Bürgerinitiative gegründet. Er schließt auch eine Unterschriftensammlung nicht aus. Schneider sagt, er habe nichts gegen Genscher, sondern der kleine Platz sei bei dessen Lebenswerk für eine Ehrung eher unpassend.

Bereits Schmiedstraße

Schwarz verwies dagegen darauf, dass nach Schmied bereits 2016 eine Straße benannt wurde. Sie erschließt die neue Eigenheimsiedlung im Stadtteil Nord.

Für die Namensvergabe ist der Stadtrat zuständig: Die FDP will einen offiziellen Antrag einbringen, sobald feststeht, wer für Schwarz in das Gremium nachrückt. Schwarz war nach der verlorenen OB-Wahl zurückgetreten. Die FDP hatte Amtsinhaber Ralf Poschmann (CDU) unterstützt, der verlor gegen Sven Strauß (SPD). Bei einer Abstimmung auf MZ.de sprachen sich 72 Prozent der Nutzer für Schmied aus. An der Umfrage nahmen bis Mittwochvormittag 246 User teil. (mz)