Saison-Start mit Einschränkungen

Wasser marsch in Querfurt: Freibäder wollen wieder öffnen

Die neue Coronaverordnung macht es möglich: Am Freitag wollen die ersten Freibäder in die Saison starten. Der Strand in Stöbnitz bleibt dagegen vorerst dicht.

Von Robert Briest
Seit Freitag wird das Becken im Stadtbad Querfurt befüllt.
Seit Freitag wird das Becken im Stadtbad Querfurt befüllt. Fotos: Robert Briest

Querfurt - Fast zärtlich streichelt Olaf Tobisch über die glänzenden Wände der Edelstahlwanne des Querfurter Stadtbads. Am Freitagmorgen hat er mit dem Kärcher noch mal die letzten Verunreinigungen entfernt. Am Mittag folgt dann ein wichtiger Moment vor jeder Freibadsaison. Der Hahn wird aufgedreht. Aus einem dicken Schlauch prasselt kalt und klar das erste Wasser in die Grube unter dem Sprungturm.

Es kommt aus einem 25 Meter tiefen Brunnen weiter hinten auf dem Stadtbadgelände. „Viereinhalb Tage dauert es, bis das Becken voll ist“, erklärt der Schwimmmeister. Bei nasskaltem Wetter gehe es schneller, bei Hitze dauere es etwas länger, da dann auf dem Metallboden mehr Wasser verdunste. Auf jeden Fall wird die Edelstahlwanne Mitte kommender Woche vollständig gefüllt sein. Ein Saisonstart schon zum nächsten Wochenende wird es in Querfurt dennoch nicht geben.

Start im Stadtbad wird voraussichtlich wieder mit den Einschränkungen des Vorjahres erfolgen

Zunächst müsse der Tüv für das Chlorgas kommen, Mess- und Warntechnik prüfen, erörterte Tobisch. Erst dann könne er die Umwälzung hochfahren. Und auch das Gesundheitsamt komme noch zu einer Kontrolle vorbei. Der Schwimmmeister hatte mit der Füllung gewartet, bis klar war, dass er aufmachen darf, um nicht unnötige Kosten zu verursachen. Denn ohne Besucher gibt es auch keine Einnahmen.

Der Start im Stadtbad wird voraussichtlich wieder mit den Einschränkungen des Vorjahres erfolgen. Die Besucherzahl ist damit auf 510 Gäste zur selben Zeit beschränkt. Ein Passus der 13. Eindämmungsverordnung des Landes, die noch bis zum 13. Juni gilt, bereitet Tobisch noch Kopfschmerzen. Dort steht, dass der Besuch nur mit Testnachweis möglich ist. „Das wäre ein Problem für die Bäder“, sagt der Schwimmmeister und hofft, dass das Land die Regel noch kippt.

Kein Personal für Kontrollen

Sie ist auch der Grund, weshalb das Strandbad in Stöbnitz vorerst geschlossen bleibt. „Die DLRG macht die Wasseraufsicht, aber wir haben da kein zusätzliches Personal“, begründete Müchelns Bürgermeister Andreas Marggraf (parteilos) die Entscheidung. Das wäre aber notwendig, um die Testpflicht zu kontrollieren. Man habe Rücksprache mit dem Kreis gehalten, aber der könne nicht helfen. Zugänglich sind dagegen bereits die Badestelle in Frankleben und die Hasse in Roßbach. „Wenn wir nicht direkt Schwimmbetrieb mit Schwimmmeister haben, halten wir das Gelände kostenlos zugänglich. Das wird auch genutzt“, erklärt Hasse-Chef Steffen Rosmeisl. Mit dem kostenpflichtigen Betrieb an dem See werde man loslegen, sobald die Sonne scheint.

Gutes Wetter hat auch Bad Lauchstädts Bürgermeister Christian Runkel (CDU) zur Bedingung für die Öffnung des dortigen Freibades erklärt. Ist sie erfüllt, soll die Saison am kommenden Freitag, 4. Juni, starten. Ein entsprechendes Hygienekonzept hat die Goethestadt am Freitag beim Gesundheitsamt eingereicht. Bis zu 800 Gäste könnten demnach auf einmal hinein. „Das ist zwar nicht der Spitzenwert, den wir sonst im Sommer haben. Aber mit 800 Leuten lässt sich das Bad wirtschaftlich betreiben“, resümierte Runkel. Besucher müssen sich auf höhere Preise einstellen. Im Zuge der Haushaltskonsolidierung hatte der Stadtrat die Erhöhung beschlossen. Eine Tageskarte kostet nun fünf Euro statt 3,50 Euro.

Ärger um Schulschwimmen und Sorgen um Freibad Schraplau

Noch ein zweites Bad will am Freitag loslegen: das Waldbad Leuna. Bürgermeisterin Dietlind Hagenau will vorsichtshalber noch höhere Mächte anrufen und kündigte im Stadtrat Stoßgebete für gutes Wetter an. Zugleich will die Stadt kommende Woche dann das Hallenbad, das zuletzt lediglich für das Schulschwimmen zugänglich war, schließen. Wie die parteilose Politikerin berichtete, gab es deshalb Kritik von Eltern der Grundschule Tollwitz, die Sorgen gehabt hätten, dass es für ihre Kinder im Waldbad zu kalt sei. Auch Linken-Stadtrat Klaus Hunold sprach von einer „Zumutung für Schüler der dritten Klasse“, wenn sie bei Temperaturen von 10 bis 15 Grad ins Wasser müssten. Er sah eine Erkältungsgefahr.

Das Strandbad in Stöbnitz bleibt zu.
Das Strandbad in Stöbnitz bleibt zu.
(Foto: Robert Briest)

Hagenau wollte den Einwand, dass es draußen für die Schüler zu kalt sei, jedoch nicht gelten lassen. Sie habe mit Schulen gesprochen, die könnten bei schlechtem Wetter flexibel reagieren. Vor allem verwies die Bürgermeisterin aber darauf, dass die Stadt derzeit eine Haushaltssperre habe: „Da ist es für mich schwer vermittelbar, die Halle für acht Schulen offenzulassen, wenn das Waldbad offen ist.“ Die Sauna im Hallenbad darf derzeit noch nicht öffnen.

Ganz andere Sorgen verhindern dagegen derzeit noch den Start im Freibad Schraplau. Hier hatte der Winter größere Schäden an den Beckenfließen hinterlassen. Aktuell laufen laut Bürgermeister Olaf Maury (parteilos) noch die Reparaturen im Kinderbecken. Er sagt, dass das Bad Mitte, wahrscheinlich aber eher Ende Juni in die Saison starten kann. (mz)