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Spielleute Gernrode

Spielleute Gernrode: Marschieren unter der Sonne in Palm Springs

Gernrode - Spielleute starten mit erstem Wochenendtraining in direkte Vorbereitung. Warum das Marschieren zum wichtigsten Kriterium wird.

Von Andreas Bürkner 15.08.2017, 05:55

„Wir haben unsere Teilnahme zugesagt und die Flüge sowie Unterkünfte gebucht“, verkündet Christin Gröper den Gernröder Spielleuten stolz zum ersten Training nach der Sommerpause.

Damit wird der Traum wahr, welcher seit einem Jahr in den Gedanken der rund 40 Aktiven und vielen Helfern herumschwirrte: der Start der Harzer bei den Weltmeisterschaften der Marching-Showbands in den USA zum Ende dieses Jahres.

Dem großen Ziel wird alles untergeordnet

„Nun beginnt die heiße Phase der Vorbereitung“, macht die Abteilungsleiterin beim SV Germania Gernrode den Aktiven klar. In den nächsten Monaten bis zur Abreise Ende November ist diesem Ziel alles untergeordnet.

Ein wesentlicher Faktor, der bei den Verantwortlichen bis zuletzt für Fragezeichen sorgte, ist die Finanzierung des Vorhabens.

„Inzwischen haben viele Sponsoren für den Grundstock der sechsstelligen Summe gesorgt“, berichtet die Abteilungsleiterin beim SV Germania Gernrode. Einen großen Teil würden jedoch die Vereinsmitglieder selbst übernehmen, die als Aktive und Betreuer mitreisen.

Weitere Unterstützer werden noch gesucht

Damit sei die Reise zwar abgesichert, „doch noch fehlt es beispielsweise an der Kleidung für die Jüngsten und bei der Verpflegung“, beschreibt Mitorganisator Stefan Gröper zwei der noch bestehenden Lücken. Deshalb bittet er im Namen des Vereins noch weiterhin um Unterstützung.

Gleich fünf Neulinge haben aus dem Nachwuchs den Sprung ins WM-Team geschafft.

„Sie müssen nun aber in kurzer Zeit auf das Niveau der erfahreneren Musikerkollegen gehoben werden“, stellt Christin Gröper klar, um zu ergänzen: „Trotzdem werden sie im September noch den Grundstock für den Nachwuchszug der Gernröder bei den Landesmeisterschaften bilden.“

Erfahrung vor zwei Jahren in Kopenhagen gesammelt

Ein zweiter Zug mit den Jüngsten tritt außerhalb der Wertung an, „um Erfahrungen zu sammeln“.

Diese besitzen die „Profis“ für ihren Auftritt durch ihre WM-Teilnahme vor zwei Jahren in Kopenhagen. Die Gernröder lernten die strengen Kriterien kennen und eines besonders: „Das Marschieren besitzt bei diesen erstklassigen Wertungsrichtern einen sehr hohen Stellenwert.“

Training bedeutet auch stundenlanges Marschieren

Nicht umsonst beginnt deshalb das erste Gernröder WM-Training mit stundenlangem Marschieren. Unüberhörbar gibt Stefan Brinkmann mit zwei Hölzern den Takt vor, dem die Spielleute in Reihen und Gruppen folgen. „Beine hoch und jetzt“, kommandiert unterdessen Christoph Schlösser.

„Besonders die Richtungsänderungen während des Vortrags fallen sehr ins Gewicht“, erklärt Christin Gröper.

„Zwar ist der Streckenverlauf bekannt, ansonsten gibt es aber kaum Vorgaben“, beschreibt sie die Freiräume für Kreativität. Auch „ob noch Elemente vorgegeben werden“, weiß sie nicht, bezweifelt es aber.

Also gibt sie die Linie vor: „Wir orientieren uns an den Besten.“

Spenden für die Spielleute sind möglich bei der Harzsparkasse unter IBAN DE93 81 05 20 00 09 01 03 11 19

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Die World Championship 2017 der World Association Of Marching Show Bands (WAMSB) wird im Dezember im sonnigen Palm Springs (Kalifornien) ausgetragen. Die USA gelten als Ursprungsland dieser Musikrichtung, was einen Start besonders erstrebenswert macht. Für Gernrode ist es nach der WM 2015 in Kopenhagen die zweite WM-Teilnahme überhaupt. (mz)