Schafbrücke bald nur für Fußgänger

Quedlinburg/MZ. - Wie der Leiter Hoch- und Tiefbau der Stadtverwaltung, Volker Pethe, vor dem Bauausschuss des Stadtrates informierte, besteht zur Zeit noch eine Standfestigkeit von rund drei Tonnen. Selbst wenn sich zwei Pkw auf dem Überweg begegnen, sei es bereits ...

Von Gerd Alpermann 07.12.2006, 15:35

Wie der Leiter Hoch- und Tiefbau der Stadtverwaltung, Volker Pethe, vor dem Bauausschuss des Stadtrates informierte, besteht zur Zeit noch eine Standfestigkeit von rund drei Tonnen. Selbst wenn sich zwei Pkw auf dem Überweg begegnen, sei es bereits problematisch.

Die Schafbrücke, zwischen Brühl und Altenburg in Quedlinburg gelegen, wurde 1926 erbaut und verbindet die Wipertistraße über den Quarmbachweg mit dem Neinstedter Feldweg. Sie war errichtet worden, nachdem der Vorgängerbau aus dem Jahre 1870 bei dem Hochwasser Ende 1925 zerstört worden war. Es handelt sich um einen einfeldigen Stahlfachwerkbogen. An den Seitenenden befinden sich Betongussreliefs mit der Darstellung von Schafen und Schäferhund. Aufgrund der damaligen Bauweise und der verwendeten Materialien war klar, dass die Brücke nach rund 80 Jahren, zumal sie kaum gepflegt wurde, am Ende sein wird, erklärte Volker Pethe.

"Ein Neubau würde 1,3 bis 1,5 Millionen Euro kosten", nannte der Baubereichsleiter die Größenordnungen für einen Ersatz. Dieser Neubau wäre aber nur sinnvoll, wenn auch der Quarmbachweg und der Neinstedter Feldweg als Südwestumfahrung Quedlinburgs ausgebaut werden würde, setzte der Leiter Hoch- und Tiefbau hinzu. Für die Stadt bestehe für den Straßenausbau aber kein hinreichender Grund. Es würde sich vielmehr um ein "Millionengrab" handeln.

Die Nachfrage von Stefan Helmholz (Linke.PDS), ob nicht ein Neubau mit geringerer Tragfähigkeit gebaut werden könnte, wurde von den Baufachleuten verneint. Es käme zu keiner nennenswerten Ersparnis, wenn statt üblicher 40 Tonnen Traglast für weniger gebaut würde. Selbst bei weniger Bauaufwand würden sich die Kosten kaum minimieren.