Neues Buch

Neues Buch: Der wahre Kern der Sagen

Bad Suderode - Carsten Kiehne hat viele Hobbys. Dazu gehören zum Beispiel das Wandern und die Heimatkunde, speziell das Recherchieren von Sagen. Beides verbindet der Bad Suderöder gern auch miteinander, indem er mit Kindern und Erwachsenen durch die Natur, durch die Gegend streift „und dann noch eine anmutige Geschichte zu dem jeweiligen Ort erzählt oder eine, die das Herz stocken ...

Von Petra Korn 05.05.2017, 11:31

Carsten Kiehne hat viele Hobbys. Dazu gehören zum Beispiel das Wandern und die Heimatkunde, speziell das Recherchieren von Sagen. Beides verbindet der Bad Suderöder gern auch miteinander, indem er mit Kindern und Erwachsenen durch die Natur, durch die Gegend streift „und dann noch eine anmutige Geschichte zu dem jeweiligen Ort erzählt oder eine, die das Herz stocken lässt“.

Um Sagen geht es auch im neuesten, inzwischen neunten Buch des 36-Jährigen. „Sagen haben immer einen wahren Kern, sind geschichtlich fundiert. Um diesen wahren Kern herum gibt es mystische Ausschmückungen. Das macht es nicht weniger spannend“, erklärt Kiehne, was ihn an diesen überlieferten Geschichten so fasziniert. Allein in der Ostharz-Region gebe es mehr als 600 Sagen. Doch wer sich die Bücher aus den unterschiedlichsten Jahren ansehe, finde häufig dieselben Geschichten.

Geschichten aus Quedlinburg, Thale, Blankenburg und Halberstadt

21 davon aus Ballenstedt, Gernrode, Quedlinburg, Thale, Blankenburg oder Halberstadt hat er für sein Buch „Die bekanntesten Sagen aus dem Ostharz und ihre geheime Bedeutung“ ausgewählt. Diese werden jeweils erzählt. „Und ich versuche mich danach darum zu kümmern, was der Sage zugrunde liegt, um was es da wirklich geht“, sagt Kiehne.

So beispielsweise bei jener Sage von der Rosstrappe, von der der Bad Suderöder sagt, dass diese wohl seine Lieblingssage sei. „Wenn man hört, dass Brunhilde mit ihrem Pferd vom Hexentanzplatz zur Roßtrappe gesprungen ist, denkt man sich, das kann nicht möglich sein“, sagt er. Doch in dieser Sage gehe es um ein altes Frühlingsritual.

Halberstädter Sagenbuch erscheint Ende 2017

„So sind viele Geschichten eigentlich altes Wissen unserer Ahnen“, erklärt Kiehne. Und nicht nur das: „Interessant sind auch die Plätze.“ Es seien Orte, die schon den Vorfahren wichtig gewesen seien - und wenn man diese zusammennehme, seien es heutige touristische Anziehungspunkte, sagt der 36-Jährige und nennt beispielsweise die Teufelsmauer.

In seinem Buch geht Carsten Kiehne den Sagen aus verschiedenen Blickwinkeln auf den Grund. „Ich glaube, es ist eine große Chance, wenn man sich darauf besinnt, was damit eigentlich gemeint ist, und nicht nur denkt, das sind hohle alte Geschichten“, sagt er und denkt, dass auch junge Generationen so viel über ihre Heimat erfahren könnten.

Um Heimatkunde geht es auch in den nächsten Projekten des Bad Suderöders. So will er im Herbst ein Buch mit Kräutermärchen aus dem Harz herausbringen, und Ende des Jahres soll ein Halberstädter Sagenbuch erscheinen. (mz)