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Fußball-Landesklasse 3Gegen wen es nun auch Thale erwischt hat

Nach elf Punktspielen ohne Niederlage ist Stahls Serie gerissen. Wie der Trainer die Situation einschätzt.

Von Detlef Liedmann 26.11.2023, 19:15
Nicht nur Cristiano De Jesus Barros Matos (Mitte) hatte gegen Oschersleben einen schweren Stand.
Nicht nur Cristiano De Jesus Barros Matos (Mitte) hatte gegen Oschersleben einen schweren Stand. (Foto: Sven Brückner)

Thale/MZ - Es gibt für alles ein erstes Mal. Der erste Zahn, der erste Kuss, die erste Niederlage. Letztere hat jetzt auch Stahl Thale in der Landesklasse 3 ereilt. Vor 65 Zuschauern im Sportpark unterlagen die Fußballer um Trainer Marcel Tietze dem Oscherslebener SC 0:3. Stahl bleibt aber mit drei Punkten Vorsprung Tabellenführer, weil das Spiel zwischen Langenstein und Ilsenburgs Zweiter, Thales ärgstem Verfolger, abgesagt wurde. In Langenstein und anderswo ließen Schnee und Regen eine Austragung der Partien nicht zu.

Rabenschwarzer Tag

In Thale schon. Und dort erwischte Stahl laut Trainer Tietze „einen rabenschwarzen Tag.“ Dass Thale das Spiel nur zu neunt beendete, passte da ins Bild. Esdras Dos Santos hatte nach 50 Minuten Gelb-Rot gesehen und Barros Matos verletzte sich in der Schlussphase. Wechseln lohnte sich beim Stand von 0:3 schon nicht mehr.

„Das war weder der Tag jedes Einzelnen, noch der Tag der Mannschaft“, so Tietze. Keiner seiner Spieler habe auch nur annähernd an die Auftritt der vergangenen Wochen anknüpfen können. Das 0:1 in der 19. Minute machte ohnehin erst einmal alle Pläne zunichte. Martin Gödecke versenkte einen Abpraller aus sieben Metern. Als „unglücklich“ bezeichnete Tietze die Situation. Was folgte, waren ungezählte Zweikämpfe, wenig herausgespielte Thalenser Chancen und Abstimmungsprobleme ins Stahls Defensive. „Wir waren wir erstarrt“, beschreibt es der Trainer. Ein Spitzenspiel sei es nur auf dem Papier gewesen. Auf dem Platz gab es lediglich biedere Hausmannskost. In der Nachspielzeit von Hälfte eins folgte Treffer Nummer zwei. Ein langer Ball segelte über Thales Abwehrkette hinweg. Benjamin Rode blieb wie das Wetter am Samstag - eiskalt.

Wir waren wie erstarrt.

Marcel Tietze, Trainer Stahl Thale

Auch nach der Pause wurde es nicht besser. Weder das Wetter, noch das Spiel. Nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff sah Esdras Dos Santos zudem die Gelb-Rote Karte von Schiedsrichter Frank Schinke (Bernburg). Worüber Dos Santos lamentierte, ob übers Spiel oder Schinkes Entscheidungen, ist nicht überliefert. Das Ganze machte es jedenfalls nicht leichter.

In der Folge war das Spiel von Nicklichkeiten geprägt. Da verwundert es fast schon, dass es neben der Gelb-Roten insgesamt nur jeweils zwei Gelbe Karten auf beiden Seiten gab. Spätestens, als Rode in der 79. Minute zum zweiten Mal einnetzte, war der Drops gelutscht. Dass Stahl mehrere Ausfälle hatte, darunter die komplette etatmäßige Defensive, war unübersehbar. Aber: „Oschersleben hat einfach mehr Willen auf den Platz gebracht. Ich gehe davon aus, dass uns diese Niederlage nicht umhaut, besonders nach der positiven Entwicklung der vergangenen Monate“, so Trainer Tietze.

Gegen HFC im Landespokal

Die Auslosung des Viertelfinales im Landespokal spielte in Tietzes Überlegungen keine Rolle, auch wenn der Gegner Ende März Hallescher FC heißt - Drittligist und Pokalverteidiger. „Wir konzentrieren uns jetzt auf unser letztes Punktspiel des Jahres.“ Und das führt Thale am kommenden Sonntag zu Ilsenburgs Zweiter, dem momentan ärgsten Verfolger.