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Förderkreis Konradsburg Förderkreis Konradsburg sucht Nachwuchs und setzt dabei auf regionale Zusammenarbeit

Seit mehr als 35 Jahren kümmert sich der Förderkreis Konradsburg um den Erhalt der historischen Anlage im Selketal. Auch er ist vom Mitgliederschwund betroffen. Wie der Verein damit umgeht, erklärt Vorsitzender Klaus Wycisk im Interview.

Von Rita Kunze 07.01.2026, 07:00
Der Förderkreis Konradsburg will auch 2026 wieder Veranstaltungen anbieten und viele Besucher anlocken.
Der Förderkreis Konradsburg will auch 2026 wieder Veranstaltungen anbieten und viele Besucher anlocken. Foto: Michael Lumme

Ermsleben/MZ. - Die Konradsburg ist ein beliebtes Ausflugsziel im Harz. Ein Förderkreis kümmert sich nicht nur um ihren Erhalt, sondern betreibt ehrenamtlich ein Galeriecafé und organisiert vielfältige Veranstaltungen für Besucher. Einen Ausblick auf das neue Jahr gibt Förderkreis-Vorsitzender Klaus Wycisk im Gespräch mit der MZ.

Welche Aufgaben stehen im Jahr 2026 für den Förderkreis Konradsburg an?

Klaus Wycisk: Seit über 35 Jahren engagieren sich die Mitglieder des Förderkreises erfolgreich für die Aufwertung der Kulturlandschaft rund um die Konradsburg. Jährlich besuchen tausende Menschen die von uns organisierten kulturellen Veranstaltungen und zeigen sich dankbar für unser Engagement. Besonders hervorzuheben sind die Walpurgisnacht, das Brot- und Kartoffelfest sowie die Burgweihnacht, die allesamt ehrenamtlich geplant und umgesetzt werden. Diese langjährige Tradition möchten wir auch im Jahr 2026 fortsetzen und unseren Gästen weiterhin besondere Erlebnisse bieten.

Klaus Wycisk ist der Vorsitzende des Förderkreises Konradsburg.
Klaus Wycisk ist der Vorsitzende des Förderkreises Konradsburg.
Foto: Kunze

Was war die größte Herausforderung 2025 und welche wird es 2026 sein?

Wie viele andere Vereine, die nach der „Wende“ 1990 gegründet wurden, spüren auch wir, dass die damalige Aufbruchstimmung nachgelassen hat. Die Erwartungen und Motivationen der jüngeren Generation haben sich gewandelt, sodass es oft am nötigen Willen fehlt, sich ehrenamtlich und ohne eigenen Vorteil für die Ziele des Vereins einzusetzen. Glücklicherweise zählen wir unter unseren 176 Mitgliedern auch eine Reihe jüngerer Menschen aus verschiedenen Regionen Deutschlands. Dennoch mangelt es insbesondere bei den täglichen Aufgaben an Mitgliedern vor Ort. Das zwingt uns dazu, unser Angebot zu überprüfen und gegebenenfalls zu reduzieren oder zu streichen – besonders betroffen sind außerschulische Aktivitäten. Der Wegfall des zweiten Arbeitsmarktes hat diese Kürzungen zusätzlich beschleunigt.

Worauf freuen Sie sich 2026 selbst am meisten?

Für mich persönlich steht das gemeinsame Engagement mit den Vereinsmitgliedern im Vordergrund. Es ist wichtig, nicht den Kopf in den Sand zu stecken oder zu klagen, sondern aktiv nach Lösungen zu suchen und den Verein zukunftsfähig zu gestalten. Diese Herausforderung nehmen wir gerne an und freuen uns darauf, neue Wege zu beschreiten.

In der Krypta der Konradsburg sind reich verzierte Kapitelle zu sehen.
In der Krypta der Konradsburg sind reich verzierte Kapitelle zu sehen.
Foto: Jürgen Meusel

Worauf dürfen sich die Harzer in diesem Jahr beim Förderkreis freuen?

Auch 2026 dürfen sich die Harzer und unsere Besucher auf die bewährten kulturellen Höhepunkte freuen, die nach wie vor sehr gefragt sind. Darüber hinaus sind es auch die kleineren, unscheinbaren Ereignisse, wie etwa eine Hochzeit in besonderer Atmosphäre, die das Angebot unseres Vereins bereichern.

Welche Herausforderung hat den Förderkreis im vergangenen Jahr besonders beschäftigt und was haben Sie daraus gelernt?

Die größten Herausforderungen lagen vor allem darin, unsere ehrenamtlichen Kapazitäten an die aktuellen Bedingungen anzupassen und unsere Arbeit entsprechend zu überdenken. Wir haben erkannt, dass eine Zusammenarbeit mit regionalen Schulen und Projekten eine Möglichkeit bieten könnte, junge Menschen für die Ideen des Förderkreises zu begeistern. Kreativität und Ideenreichtum sind entscheidend für die Zukunft unserer Region und die Menschen, die hier leben.