Dixieland- und Swingtage

Dixieland- und Swingtage in Quedlinburg: Elf Bands machen Musik in der Fachwerkstatt

Quedlinburg - Das letzte Juniwochenende gehört traditionell der beschwingten Musik. Elf Bands sind in diesem Jahr dabei.

Von Rita Kunze 25.06.2019, 11:30

Das letzte Wochenende im Juni gehört in Quedlinburg traditionell dem Jazz und Swing. Zum 17. Mal werden Bands vom 28. bis 30. Juni die Fachwerkstadt zur großen Musikmeile machen. Elf Bands aus Deutschland und Tschechien sind dabei, etwa jede dritte spielt zum ersten Mal bei den Dixieland- und Swingtagen.

Zu ihnen gehören die Dixie Hot Licks aus Pilsen, die musikalisch ganz weit zurückblicken und die bekanntesten Lieder aus New Orleans spielen, die dort zwischen 1910 und 1930 entstanden sind. Dabei legen die sieben Musiker Wert auf stilechte Interpretation:

mit Banjo, Waschbrett, Sousafon, Bläsern und Sängerin. Die Band spielt beim Eröffnungskonzert am Freitagabend auf dem Marktkirchhof und auch bei „Jazz in der City“ am Samstag in der Steinbrücke.

Band spielen in zahlreichen Restaurants in Quedlinburg

Am Abend gibt es Jazz-, Dixieland- und Swingkonzerte an verschiedenen Orten. Die Bands spielen im Le Feu, im Steakhaus „St. Nikolai“, im Hotel zur Goldenen Sonne, im Fischrestaurant Hößler und im Quartier 7.

Der „Dixie-Train“ der Harzer Schmalspurbahnen, gezogen von einer historischen Dampflok, fährt am Samstag vom Bahnhof Quedlinburg zum Waldhof Silberhütte – und das zum inzwischen 16. Mal.

„Dieser Zug sollte eigentlich nie sein“, sagt der ehemalige Vorsitzende des Freundeskreises Quedlinburg swingt, Dietrich König. Gemeinsam mit seinem Nachfolger, Dietmar Schuda, habe er diese besondere Veranstaltung auf Schienen einst initiiert, und „heute ist er ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt König.

„Wir haben keine Raddampfer, wir haben unseren Zug der Schmalspurbahn“

Schuda pflichtet ihm mit Blick auf das internationale Dixielandfestival in Dresden und der dazugehörigen Riverboat-Shuffle mit der Sächsischen Dampfschifffahrt bei: „Wir haben keine Raddampfer, wir haben unseren Zug.“ Und der, so König, sei immer eher ausverkauft: „Viele nehmen die Tickets gern als Weihnachtsgeschenk.“

Von einem sechsstelligen Budget wie die Dresdner Festivalveranstalter kann der Quedlinburger Freundeskreis mit seinen 36 Mitgliedern nur träumen. „Ohne Sponsoren dreht sich nichts“, sagt Dietrich König, wenngleich der Verein in den zurückliegenden Jahren Sparmaßnahmen eingeführt hat.

„Die schlagen langsam durch“, sagt er und nennt als Beispiel die Banneraktion: Statt jedes Jahr neue Plakate drucken zu lassen, setzt der Freundeskreis auf Bannerwerbung, die nur einmal angeschafft werden musste, weil dort auf das Festival ohne aktuelles Datum hingewiesen wird - es findet ja stets am letzten Juni-Wochenende statt.

„Gucken Sie mal Disney-Filme - wie viel Swing da drin ist!“

Der Termin ist bislang so beständig wie die Musik, die an diesen Tagen gespielt wird. Der Swing wurde in den 1920er Jahren zum ersten Mal gespielt. „Welche Musik überlebt 100 Jahre?“, fragt Dietmar Schuda, für den diese Stilrichtung zeitlos ist: „Gucken Sie mal Disney-Filme - wie viel Swing da drin ist!“, sagt er über die Filmmusik.

Aber das Durchschnittsalter der Musiker, die am Wochenende in Quedlinburg spielen, liegt bei etwa 70 Jahren. „Nachwuchs ist noch nicht in Sicht“, sagt Dietrich König. „Da sind wir froh, dass wir in Blankenburg eine Jugendjazzband haben.“

Die Gymnasiasten und Musikschüler werden in diesem Jahr allerdings nicht dabei sein. Zu den jüngsten Musikern 2019 gehören Boogiemen’s Friends, die zum Teil in den 1990er Jahren geboren wurden. (mz)