Benefizkonzert

800 Euro in der Trommel: Band „Fragment“ sammelt Spenden für die Ukraine

Acht Musiker aus dem Landkreis Harz haben bei ihrem Konzert zu den Quedlinburger Hoftagen mehr als 690 Euro für die Flüchtlingshilfe gesammelt. Quedlinburgs Oberbürgermeister rundet die Summe auf.

Von Petra Korn 10.05.2022, 16:00
Spenden für die Ukraine-Hilfe: Frank Ruch, Falko Severin, Willi Neubert und Daniel Göttl (v. l.) beim Leeren der Trommel.
Spenden für die Ukraine-Hilfe: Frank Ruch, Falko Severin, Willi Neubert und Daniel Göttl (v. l.) beim Leeren der Trommel. Foto: Korn

Quedlinburg/MZ - Vorsichtig kippt Falko Severin die Trommel um. Zig Scheine und Geldstücke purzeln aus dem Instrument, an dessen Seite ein blau-gelbes Schild mit der Aufschrift „Help“ angebracht ist. Es sind Spenden, mit denen ukrainischen Menschen geholfen werden soll und die bei einem Benefizkonzert gesammelt worden sind, das die Rock-Band „Fragment“ im Rahmen der Hoftage auf dem Quedlinburger Marktplatz gegeben hat.

An diesem Vormittag sind Sänger Falko Severin, Leadgitarrist Daniel Göttl und Drummer Willi Neubert stellvertretend für die insgesamt acht Bandmitglieder ins Quedlinburger Rathaus gekommen, um die Spenden aus der Trommel und zwei ebenfalls beim Konzert aufgestellten Sammelbüchsen an Marlen Dressel von der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt (Agsa) zu übergeben. Die Agsa fungiert als „Koordinierungsstelle Ukraine“ für das nördliche Sachsen-Anhalt.

Schnell haben die drei Band-Mitglieder gemeinsam mit Oberbürgermeister Frank Ruch (CDU), der Gleichstellungsbeauftragten Samantha Mantel, die die Flüchtlingshilfe in Quedlinburg koordiniert, und Marlen Dressel gezählt: 691,80 Euro sind zusammengekommen. Die Frank Ruch, sein Versprechen, die Summe aufzurunden, einlösend, sofort auf 800 Euro aufstockt.

Die Idee für das Konzert hatte Falko Severin. „Weil durch ein Benefizkonzert Spenden gesammelt werden können“, sagt der Sänger der Band, die auch einen Beitrag leisten wollte, um den ukrainischen Menschen zu helfen. „Wir fanden das alle klasse“, so Willi Neubert. Die Band nahm Kontakt zur Stadt auf.

„Wir waren sehr dankbar, dass die Band sich bereiterklärt hat, im Rahmen der Eröffnung unserer Festzeit ein Benefizkonzert zu geben“, erklärt Frank Ruch und fügt hinzu: „Wir haben uns gefreut, dass wir den Rahmen für dieses Konzert bieten konnten.“ Das sehr gut angekommen sei, sehr viel Spaß gemacht habe, so der Oberbürgermeister.

Dass dabei mehr als 690 Euro zusammengekommen sind, freut die Bandmitglieder sehr; die Höhe überrascht sie aber auch. „Wir haben doch nur zwei Stunden gespielt …“, sagt Falko Severin. Wie das Geld verwendet werden soll, ist für die Band klar: für die ukrainischen Kinder und Menschen, die durch den Krieg aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Das sichert Marlen Dressel zu.

Für „Fragment“ war das Benefizkonzert auch eine Möglichkeit, als Band wieder einmal spielen zu können. Die gibt es eigentlich schon seit 1973, berichtet Willi Neubert. Drei Jahre lang habe „Fragment“ „richtig intensiv“ Musik gemacht, etwa 120 Auftritte pro Jahr gehabt, auch in der „Schorre“ in Halle gespielt, was sonst nur Profibands getan hätten. Dann habe die Band aufgehört, erst 2013 wieder „so aus Spaß mal ein bisschen Musik gemacht“. Mal sei hier, mal da in kleinem Rahmen gespielt worden, „und die Leute haben gesagt, tretet doch mal auf“.

Was die Band dann tat, die sich auch personell verstärkt hat, nun aus sieben Musikern und einer Musikerin aus Gernrode, Ballenstedt, Altenbrak und Halberstadt besteht. „Es ist eine Mischung rausgekommen, die passt“, sagt Willi Neubert. Zum Repertoire von „Fragment“ gehört Rock ’n’ Roll der 1970er Jahre, Titel etwa von Jimi Hendrix, Deep Purple, Tina Turner, Van Halen und CCR. Das nächste Mal live in Quedlinburg zu erleben sein wird die Band aus Gernrode bei den Königstagen im Rahmen der Festzeit: Sie spielt am 5. Juni am Mathildenbrunnen.