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Ausflug in die Belletristik Tageblatt-Redakteur veröffentlicht ersten Roman: Wie viel Naumburg steckt in dem Buch?

Der langjährige Tageblatt/MZ-Redakteur Harald Boltze hat einen Roman geschrieben – über die Menschen und das Leben in einer mittelgroßen Stadt im Osten Deutschlands. Wie es dazu kam und worum es genau geht.

Von Torsten Kühl 26.02.2026, 18:30
Harald Boltzes erster Roman spielt im fiktiven „Burgstadt“. Wie viel Ähnlichkeit der 40.000-Einwohner-Ort und seine Protagonisten mit Boltzes Geburts- und Wohnort Naumburg und dessen Bürgern haben, können die Leser auf 260 Seiten herausfinden.
Harald Boltzes erster Roman spielt im fiktiven „Burgstadt“. Wie viel Ähnlichkeit der 40.000-Einwohner-Ort und seine Protagonisten mit Boltzes Geburts- und Wohnort Naumburg und dessen Bürgern haben, können die Leser auf 260 Seiten herausfinden. (Foto: Torsten Biel)

Naumburg. - Dass Redakteure von Tageblatt/MZ selbst zum Inhalt eines Textes unserer Zeitung werden, passiert äußerst selten. Wenn ein Kollege aber einen Roman geschrieben hat, der von einer mittelgroßen mitteldeutschen Stadt handelt, dann sei eine Ausnahme erlaubt. Was Redaktionsleiter Harald Boltze zu seiner Buchpremiere animierte, verrät er hier.

Vor mir liegt der Roman „Burgstadt“: Was war der Anlass für dieses Buch?

Harald Boltze: Schon vor vielen Jahren fragte mich meine Frau, ob ich nicht mal einen Roman schreiben möchte. Ich wiegelte zunächst ab und sagte: Dazu braucht es eine zündende Idee und ein Thema, von dem ich wirklich Ahnung habe. Nur des Schreibens willen mache ich es nicht.

Und dann kam die zündende Idee?

Ja. Kurz vor der Pandemie las ich eine Schlagzeile zu einem Projekt in einer belgischen Stadt. Dort konnten sich Einwohner bewerben, um in einer Kommission mitzuentscheiden, wofür in der Stadt Geld ausgegeben wird. Das Besondere: Die Teilnehmer wurden ausgelost. Da setzte sich bei mir ein Gedankenspiel in Bewegung…

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Buch-Premiere: Erster eigener Roman des Naumburgers Harald Boltze

In welchem Buchinhalt hat sich dieses Gedankenspiel niedergeschlagen?

Da zitiere ich jetzt einfach mal den Klappentext: „Das Los hat entschieden! Zehn Freiwillige dürfen sich als Bürgerrat für ihre Heimatstadt einsetzen. Fünf Millionen Euro stellt die EU zur Verfügung. Doch wofür werden die Zehn das Geld in dem mitteldeutschen 40.000-Einwohner-Ort ausgeben? Inmitten diverser privater Verstrickungen wird über das Verbot von Kaminen sowie die Finanzierung einer Deutsch-Syrischen Begegnungsstätte diskutiert.

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Mittendrin: die Berliner Projektmanagerin Katharina Gravel. Sie muss die Interessen eines Mecker-Rentners, einer Schuldirektorin, einer alleinerziehenden Mutter (18), eines Handwerksmeisters und eines attraktiven Familienvaters unter einen Hut bringen. Schnell entstehen Spannungen, und zwei tragische Ereignisse befördern den Bürgerrat deutschlandweit in die Schlagzeilen.“

„Hauptsache nicht langweilig“: Buch soll zum Mitfühlen und Lachen anregen

Was war Dir beim Schreiben wichtig?

Wie immer: Hauptsache nicht langweilig. Die Sprache ist sehr lebensnah gewählt, ich höre sie ja jeden Tag. „Burgstadt“ soll dadurch auch für Menschen, die sonst nicht so viele Bücher lesen, eine Freude sein. Die großen gesellschaftlichen Diskussionen werden in alltäglichen Szenen verhandelt. Mit einer breiten Palette an Menschen, die sich streiten, freuen und ärgern. Da darf mitgefühlt, aber auch gelacht werden.

Wie stark sind die Parallelen von „Burgstadt“ zu Naumburg?

Ich habe versucht, mich beim Entwurf der Figuren völlig frei von lebendigen Vorbildern zu machen (falls das an einer Stelle nicht gelungen ist, bitte Bescheid geben!). Die Handlung und Charaktere sind also fiktiv. Aber Naumburg ist nun mal die Stadt, in der ich vor knapp 43 Jahren geboren wurde und die ich seit zwei Jahrzehnten intensiv beobachte. Das kann und will ich nicht abschütteln.

Mitten durch Naumburg? Roman erinnert an die Stadt

Ich jedenfalls habe mich 260 Seiten lange gefühlt, als würde ich mitten durch Naumburg laufen, mit all den typischen Stimmen und Meinungen, die man hier hört, zu brisanten politischen Themen, aber auch zum normalen Alltag...

Diese Vielfalt war mir wichtig. Es gibt Tage, da erzählt mir morgens eine Schulleiterin von ihren Problemen, danach höre ich durch mein Bürofenster das lautstarke Publikum des gegenüberliegenden „Netto“-Marktes, ehe ich mit dem Oberbürgermeister über die Feinheiten eines umstrittenen Bebauungsplanes spreche. Das Leben hier ist bunt, auch die politischen Ansichten sind nicht nur schwarz/weiß, und all das habe ich nach „Burgstadt“ transferiert.

Das Buch ist via Selfpublishing, also im Eigenverlag erschienen. Wie kam es dazu?

Für Menschen, die Schriftsteller werden wollen, ist ein Vertrag bei einem Verlag natürlich ein Traum. Dieses Ziel habe ich allerdings nicht. Das Selfpublishing bringt ein wenig bürokratischen Aufwand mit sich. Es hat aber den Vorteil, dass nun ein Buch vorliegt, das ich ganz allein geschrieben habe und in dem kein professioneller Lektor jeden zweiten Satz umgestellt hat. Den mir nahestehenden Personen, die mir konstruktives Feedback gegeben und Rechtschreibfehler herausgefischt haben, bin ich aber sehr dankbar.

Roman ist in Buchhandlungen erhältlich, bei Amazon bestellbar

„Burgstadt“ ist ab sofort in Naumburg zum Preis von 14,90 Euro bei Tageblatt/MZ in der Salzstraße 8, in der Gutenberg-Buchhandlung sowie im E-Center in der Overwegstraße erhältlich und deutschlandweit in allen anderen Buchhandlungen sowie auf den gängigen Online-Plattformen wie Amazon als Taschenbuch (sowie zeitnah auch als E-Book) bestellbar.

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Harald Boltze wurde 1983 in Naumburg geboren, ging hier zur Schule und studierte in Leipzig erfolgreich Journalistik und Politikwissenschaften. Er ist seit 2006 verheiratet und hat zwei Söhne (19/16). Bei Tageblatt/MZ ist er ebenfalls seit 2006 angestellt, seit 2023 als Redaktionsleiter.