Leseförderung im Burgenlandkreis Deutscher Lesepreis im Doppelpack: Naumburger Stadtbibliothek und Utaschule in Berlin geehrt
Gleich zwei Naumburger Einrichtungen werden in Berlin mit dem Deutschen Lesepreis ausgezeichnet: die Utaschule für ihren Uta-Lesebeutel und die Stadtbibliothek Naumburg für ihr langjähriges Kita-Projekt „Auf die Bücher, fertig, loslesen!“.

Naumburg/Berlin - Für den Deutschen Lesepreis ist das wohl eine Premiere. Zur Verleihung am Donnerstag im Berliner Humboldt Carré nahmen gleich zwei Einrichtungen aus Naumburg ihre Ehrung entgegen: Die Utaschule holte den zweiten Platz in der Kategorie „Herausragende Leseförderung an Schulen“, die Naumburger Stadtbibliothek den dritten Platz für ihr Projekt „An die Bücher, fertig, loslesen!“ in der Kategorie „Herausragendes kommunales Engagement“.
„Es ist eher ungewöhnlich, dass zwei Preisträger aus demselben kleinen Städtchen kommen. Das hatten wir meines Wissens bisher noch nicht“, teilt Mareike Bier, Kommunikationsmanagerin bei der Stiftung Lesen, auf Nachfrage unserer Zeitung mit.
Naumburger Stadtbibliothek holt Lesepreis ein zweites Mal
Die Naumburger Stadtbibliothek erhält den Lesepreis sogar ein zweites Mal. Bereits 2021 konnte das Team von Leiterin Sabine Matzner sowie Autor Stefan Rühlmann sich über den dritten Platz bei diesem Wettbewerb für das Ferienprojekt „Ralli Rabe Actionbound“ freuen. Nun gelang der Sprung aufs „Siegertreppchen“ mit einem Projekt, das im vergangenen Jahr zum bereits fünften Mal stattfand, in den Händen der Bibliotheksmitarbeiterinnen Antje Key und Sandra Graneist liegt und von einem Netzwerk von Unterstützern, darunter Unternehmen, Vereinen und Privatpersonen, getragen wird.
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13 Einrichtungen aus der Stadt und ihren Ortsteilen mit etwa 450 Mädchen und Jungen nahmen daran teil. „Dass ein Preisträger den Preis mehrfach bekommt, hat es schon öfter gegeben. Der Grund dafür ist häufig, dass es sich um Einrichtungen handelt, die das Thema Leseförderung sowieso schon intensiv bearbeiten“, so Mareike Bier weiter. Glückwünsche kamen von Kulturminister Rainer Robra: „Die Stadtbibliothek Naumburg zeigt, wie nachhaltige Leseförderung vor Ort gelingen kann. Mit Kreativität, Kontinuität und einer starken Einbindung von Kindern, Familien und der Stadtgesellschaft wird ein breites und dauerhaftes Interesse am Lesen gefördert.“
Lesebeutel mit mehrsprachigen Büchern für Schüler
Die Utaschule hingegen holt den zweiten Platz des Lesepreises mit ihrem „Uta-Lesebeutel“. Jeden Freitag bekommen zwei Kinder diesen Beutel. Er enthält drei altersgerechte Bücher in verschiedenen Sprachen, eine zweisprachige Karte mit Fragen sowie ein Vorlese-Helfertier und wirkt in die Familien hinein.

Die diesjährigen Sieger kommen aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen), Görlitz (Sachsen), Magdeburg, Erlangen (Bayern) und Trier (Rheinland-Pfalz). Der Sonderpreis für prominentes Engagement ging an Saliha Özcan, Unternehmerin, Autorin und Lesebotschafterin. Seit 2013 vergeben die Stiftung Lesen und die Commerzbank-Stiftung den Deutschen Lesepreis. Mit 25.000 Euro dotiert, honoriert er den herausragenden Einsatz für die Förderung von Kindern und Jugendlichen in den Kategorien individuelles und kommunales Engagement, Sprach- und Leseförderung in Kitas und Schulen sowie Leseförderung mit digitalen Medien.