Wahlkreis 73 - Martina Hoffmann (Grüne)

Warum Grünen-Politikerin die Energiewende als eines der wichtigsten Themen für die Region sieht

Martina Hoffmann setzt sich für den Klimaschutz ein.

Von Laura Nobel
Martina Hoffmann kommt aus Schkopau im Saalekreis und sieht den Klimaschutz als das zentrale Thema. Nun will sie in den Bundestag.
Martina Hoffmann kommt aus Schkopau im Saalekreis und sieht den Klimaschutz als das zentrale Thema. Nun will sie in den Bundestag. Foto: Laura Nobel

Merseburg/MZ - „Der jüngste Weltklimaschutzbericht hat gezeigt, dass es fünf nach zwölf schlägt. Wir müssen ganz dringend handeln“, sagt Martina Hoffmann. Aus diesem Grund möchte die 41-Jährige nun für den Wahlkreis 73 in den Bundestag einziehen und sich dafür einsetzen, dass entsprechende Weichen auf Bundesebene gestellt werden.

Grünen-Politikerin sieht große Chance in Projekten wie dem Energiepark Bad Lauchstädt

Eine der größten Aufgaben für die Region sieht die Kandidatin der Grünen in der Energiewende. „Gerade im Saalekreis haben wir viel Industrie.“ Auf den Landkreis gehe ein Großteil der treibhausrelevanten Emissionen des ganzen Landes zurück.

Daher habe man hier eine besondere Verantwortung, betont Hoffmann, die selbst in der Gemeinde Schkopau im Saalekreis lebt. Eine große Chance sieht die Kandidatin in Projekten wie dem Energiepark Bad Lauchstädt, der grünen Wasserstoff vor Ort erzeugen soll. „Allerdings wartet das Projekt seit vier Jahren auf Fördermittel. Das zeigt, dass wir da mehr Druck machen müssen, um Projekte wie dieses nach vorn zu bringen.“

Unterstützung für Landwirte, die nachhaltiger werden wollen

Ganz oben auf der Agenda der Schkopauerin steht zudem eine nachhaltige Landwirtschaft. Seit Jahrzehnten gebe es eine Abwärtsspirale bezüglich der Preise und Qualität der Lebensmittel, sowie der Lebensbedingungen für die Tiere und Arbeitsbedingungen der Landwirte: Aufgrund niedriger Preise für Lebensmittel seien Landwirte gezwungen, mehr zu produzieren. „Was wir brauchen, sind faire Lebensmittelpreise, damit die Bauern davon leben können und nicht von der Agrarsubvention der EU abhängig sind.“

Man müsse die Landwirte darin unterstützen, nachhaltiger zu werden. „Wir müssen da mit den Landwirten zusammen arbeiten und nicht gegen sie. Wir sind nicht gegen die Landwirte sondern gegen eine industrielle Landwirtschaft nach dem Motto: höher, schneller, weiter.“ Hoffmann hält es auch für notwendig, entsprechende Professoren an den Universitäten einzustellen. „Man muss lernen wie es funktioniert, die Landwirtschaft nachhaltig zu gestalten.“

Natürlicher Hochwasserschutz vor der Technik

Ein weiteres Thema, für das sich Hoffmann auf Bundesebene einsetzen möchte, ist der natürliche Hochwasserschutz. „Wie wichtig das Thema ist, hat die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gezeigt. Wir müssen unseren Flüssen und Bächen wieder mehr Raum geben.“ Deshalb plädiert die Schkopauerin für Renaturierungsmaßnahmen.

Das betreffe gerade der Bereich rund um Saale, Elster, Aue und Luppe. „Natürlicher Hochwasserschutz muss vor technischem kommen“, betont Hoffmann. Das komme der Natur und den Menschen gleichermaßen zugute. „Naturschutz und der Schutz des Menschen gehen Hand in Hand.“

Neben Klimakrise auch andere Wahlkampfthemen

Deshalb ist die Kandidatin auch gegen den Ausbau des Flughafens Halle/Leipzig. „Dass Güter innerhalb Deutschlands per Flugzeug transportiert werden, passt einfach nicht mehr in die Zeit des menschgemachten Klimawandels.“ Waren müssten per Zug transportiert werden oder, noch besser, vor Ort produziert, so dass ein Transport gar nicht notwendig ist. Emissionen wie Lärm und Feinstaub würden Natur und Menschen gefährden. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir ruhig schlafen können“, kündigt die Saalekreislerin ab.

Es gibt aber auch Themen abseits des Klimawandels, die auf Hoffmanns Agenda stehen, wie zum Beispiel der Fachkräftemangel. Man müsse junge Menschen besser dabei unterstützen, eine Ausbildung aufzunehmen. „Da ist bildungspolitisch noch viel zu tun.“ Dazu zählen Hoffmanns Meinung nach eine bessere Öffentlichkeitsarbeit sowie eine höhere Wertschätzung, gerade für das Handwerk sowie soziale Berufe.

Zur Person

Martina Hoffmann ist 41 Jahre als und kommt aus Schkopau im Saalekreis. Sie ist für den Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und den Landschaftspflegeverband Merseburg-Querfurt tätig. Seit 2016 ist Hoffmann Mitglied der Grünen und zählt inzwischen zum Kreisvorstand Saalekreis. Sie sitzt im Kreistag sowie im Schkopauer Gemeinderat.