Saalekreis

Saalekreis: Historische Schrotmühlen sehen nun aus wie neu

LANGENEICHSTÄDT/MZ. - Doch seine Mitstreiter vom Heimatverein hatten Bedenken. Würde die Mühle, die immerhin mindestens aus dem frühen 19. Jahrhundert stammt, dies schadlos überstehen?

Von DIANA DÜNSCHEL

Doch seine Mitstreiter vom Heimatverein hatten Bedenken. Würde die Mühle, die immerhin mindestens aus dem frühen 19. Jahrhundert stammt, dies schadlos überstehen?

Da stieß Andreas Kertscher auf eine Alternativlösung, eine Anzeige bei Ebay. Dort wurde eine Stein-Schrotmühle angeboten. Er bot mit und erhielt tatsächlich den Zuschlag für das vermutlich rund 50 Jahre alte Stück, das er dann aus dem nahen Röblingen im Kreis Mansfeld-Südharz abholen konnte. Doch bevor Besucher am kommenden Montag die Schrotmühle tatsächlich in Aktion erleben können, gab es für ihren stolzen neuen Besitzer einiges zu tun.

"Der Schütttrichter, die Schrotkammer und der Auswurf mussten erneuert und das Lager instand gesetzt werden. Zudem fehlte der Originalmotor", zählt Andreas Kertscher auf. Als er auch den Mühlstein repariert hatte - alles in seiner Freizeit -, war die Schrotmühle praktisch so gut wie neu. Nun steht das Getreide schon bereit für die Vorführungen. "Jeder kann sich am Ende gerne etwas Mehl mit nach Hause nehmen. Es muss nur noch ausgesiebt werden", bietet der Langeneichstädter an.

Doch damit nicht genug. Beim Probebetrieb, der im Übrigen zur vollsten Zufriedenheit des Heimatvereinschefs ablief, hatte Andreas Kertscher gleich noch eine zweite Schrotmühle aufgestellt. Ebenfalls Jahrzehnte alt, ebenfalls seit neuem sein Eigentum, knallblau angestrichen und genauso funktionstüchtig, nur eben ein anderer Typ von Schrotmühle. "Ich werde zum Mühlentag einfach beide mitnehmen und in Gang setzen", kündigt er deshalb an.

Die Langeneichstädter Bockwindmühle stand übrigens ursprünglich im Harz. 1836 wurde sie mit Pferdefuhrwerken umgesetzt und am Barnstädter Weg wieder aufgebaut.

Die Bockwindmühle Langeneichstädt kann am 13.6. von 10 bis 16 Uhr besichtigt werden. Vor der Mühle ist ein kleiner Markt aufgebaut. Es gibt Mühlenbrot frisch aus dem Holzbackofen, Honig, Brotaufstriche, ein Korbmacher kommt, Kinder können selber töpfern, 14 Uhr findet eine Modenschau statt, für das leibliche Wohl ist gesorgt. Zu jeder vollen Stunde von 10 bis 15 Uhr wird Getreide mit Mahlsteinen verarbeitet.