Saalekreis Saalekreis: Brautpaar schippert in den Hafen der Ehe
MErseburg/Halle (Saale)/MZ. - Live-Gesang begleitete die Braut zu ihrem künftigen Ehemann, gerührt vergossen Eltern und Gäste ein paar Tränen. Solche Szenen kennt man von Hochzeiten, doch diese war besonders. Es war die erste auf der Saale in Merseburg und sie fand auf dem Oberdeck der "MS Händel" statt, begleitet von einigen Schaulustigen am Ufer und auf der Neumarktbrücke - und von tollem Wetter.
"Vorab gab es die tollsten Spekulationen, wo wir heiraten werden", sagte Antje Göpfert, ehemals Klingbeil. Dass sie und ihr Mann Marcus sich das Ja-Wort auf einem Schiff geben werden und damit wortwörtlich in den Hafen der Ehe schippern, hatten sie bis zum Schluss nicht verraten. Die festlich geschmückte "MS Händel" der Reederei Arona Maritim aus Halle - mit Kapitän Rüdiger Ruwolt - wartete am Bootsanleger unterhalb des Schlosses. Dann hieß es Leinen los, zum "kalte Füße kriegen" war es nun zu spät, aber den strahlenden Gesichtern des Brautpaares nach zu urteilen, kam das sowieso keinem in den Sinn.
Das Schiff dürfe aus rechtlichen Gründen während der eigentlichen Trauung nicht fahren, aber es dürfe vorher ablegen, erklärte Standesbeamtin Katharina Jahn, für die zusammen mit Kollegin Stefanie Flor am Dienstag auch eine Premiere stattfand. "Das war schon eine Herausforderung, aber auch mal etwas ganz anderes", sagte sie.
Die Idee für ihre Eheschließung auf der Saale hatte Marcus Göpfert, der das Angebot entdeckt hatte. "Ich bin sozusagen auf der Saale großgeworden und als Kind sogar mal reingefallen. Vor zwei Jahren habe ich dann den Bootsführerschein gemacht", erzählte der 35- jährige gebürtige Merseburger, der nun mit seiner Familie in Halle wohnt. Seine Frau Antje fand die Idee "interessant". "Ich habe das zwar in erster Linie Marcus zuliebe mitgemacht, aber es ist auch für mich etwas ganz Besonderes", so die Rechtsanwaltsfachangestellte.
Vor einem Jahr zum Valentinstag hatte sie den Antrag bekommen, seitdem liefen auch die Planungen, wurden die Einladungen verschickt und das Geld gespart. Und dass es der 1. Mai ist, an dem sie geheiratet haben, hatte natürlich auch seinen Grund. "Wir haben uns vor sechs Jahren am 1. Mai verliebt, gehen also jetzt in das berühmte verflixte siebente Jahr", erzählte die 35-Jährige, der das aber keine Sorgen bereite.
Besonders aufgeregt sei Sohnemann Justin gewesen, denn er habe eine wichtige Aufgabe übernommen. "Er trug das Ringkissen und war ganz stolz darauf", so die Mama. Und nachdem sie gegen 12 Uhr wieder in Merseburg angelegt hatten, wurde in Halle weitergefeiert.