Nach Attacke im Friedenspark

Nach Attacke im Friedenspark in Köthen: Flüchtlingsinitiative sucht Vorbilder für Jugendliche

Köthen - Immer wieder kommt es im Friedenspark in Köthen zu Auseinandersetzungen: „Willkommen in Köthen“ will Friedenspark wieder friedlich machen. „Willkommen in Köthen“ will Friedenspark wieder friedlich machen.

Von Stefanie Greiner

Friedlich? Nein, friedlich sei der Friedenspark nicht mehr, macht Tom Aslan deutlich. Der Koordinator der Initiative „Willkommen in Köthen“ beobachtet seit Längerem, dass es dort zu Auseinandersetzungen kommt: zwischen Flüchtlingen und Flüchtlingen, zwischen Flüchtlingen und Deutschen, zwischen Deutschen und Deutschen.

Jugendliche sollen besser integriert werden

Warum treiben sich Jugendliche im Friedenspark herum - sowohl deutsche Jugendliche als auch unbegleitete minderjährige Ausländer? Wie kommen Kinder und Jugendliche an Alkohol? Diese Fragen stellen sich die Mitglieder von „Willkommen in Köthen“ schon länger.

Sie haben deshalb vor Monaten damit begonnen, an einem Konzept zu arbeiten, um Jugendliche besser zu integrieren. Und zwar deutsche und ausländische Jugendliche. Am Sonntag hatte die Initiative zu einem Pressegespräch eingeladen.

Vorbilder für Köthens Jugend gesucht

„Wir sind auf der Suche nach Menschen, die sich vorstellen können, sich enger mit Jugendlichen zu beschäftigen“, sagt Martin Olejnicki, Sprecher der Initiative. Sogenannte Jugendpatenschaften.

Gesucht werden Helfer, die Jugendlichen ein Vorbild sein wollen. Die Jugendliche davon abbringen, ihre Freizeit auf Bierkästen sitzend im Friedenspark zu verbringen. Einige Helfer haben sich bereits gefunden, weitere werden gesucht. „Wir tragen eine Mitverantwortung für die Kinder und Jugendlichen in dieser Stadt. Wir müssen uns um unsere nächste Generation kümmern“, macht Tom Aslan deutlich. Mit „wir“ meint er alle Köthener.

Kriminelle sind nicht willkommen

Der soziale Frieden war „Willkommen in Köthen“ von Anfang an wichtig. Vor rund einem Jahr hat sich die Initiative gegründet. Mit dem Ziel, den sozialen Frieden in Köthen zu gewährleisten und zugleich Menschen zu helfen, die nach Deutschland fliehen mussten.

Eines will Tom Aslan nicht ungesagt lassen: „Wir heißen ,Willkommen in Köthen’. Kriminelle Ausländer sind nicht willkommen. Kriminelle Deutsche sind nicht willkommen.“ (mz)