Musizierstunde

Musikschule „Johann Sebastian Bach“ in Köthen: Marokkanische Traditionsmusik zur Musizierstunde

Köthen - Die beiden marrokanischen Studenten Rami Mohammed und Bouchta Khallaoui spielten ein traditionelles Hochzeitslied, um den Musikschülern ihre Kultur näherzubringen und die in ihrem Land verwendeten Instrumente vorzustellen.

Von Nick Leukhardt 21.04.2016, 17:12

Um etwas Abwechslung in den Unterrichts-Alltag zu bringen, veranstaltet die Musikschule „Johann Sebastian Bach“ in Köthen jeden Monat ihre Musizierstunde. In einem kleinen Konzert können dabei Schüler ihren Eltern zeigen, was sie gelernt haben. Diese monatliche Musizierstunde hat eine lange Tradition, wie Musiklehrerin Tatjana Litwin erklärte. „Seit zehn Jahren arbeite ich nun schon hier und die Musizierstunde existierte schon, als ich angefangen habe.“

Vergangenen Montag kamen zu dieser Musizierstunde aber noch andere Gäste. Die beiden marrokanischen Studenten Rami Mohammed und Bouchta Khallaoui spielten ein traditionelles Hochzeitslied, um den Musikschülern ihre Kultur näherzubringen und die in ihrem Land verwendeten Instrumente vorzustellen.

„Mich hat es sehr gefreut, dass die Hochschule Anhalt dieses Zusammentreffen organisiert hat“, erklärte Tatjana Litwin, die das kleine Konzert moderierte, und fügte hinzu: „Es ist wirklich interessant und auch eine schöne Abwechslung für die Kinder.“

„Für diesen Auftritt haben wir gar nicht geübt“

Auch Rami und Bouchta haben sich über die Chance gefreut, vor den Schülern zu musizieren. „Eigentlich ist das Konzert dazu gedacht, unseren jüngeren Schülern das Lampenfieber zu nehmen, indem wir sie erstmal auf einer kleinen Bühne auftreten lassen. Aber wenn man solch eine Gelegenheit dazu nutzen kann, um einen kleinen Kulturaustausch zu vollziehen, dann ist das natürlich umso erfreulicher“, erklärte Tatjana Litwin.

Ihre musikalischen Künste haben sich die Studenten komplett selbst beigebracht. Am Studienkolleg der Hochschule Anhalt erkannten sie bald ihr gemeinsames Interesse und musizieren nun oft gemeinsam. „Ich spiele seit acht Jahren Geige. Alles was ich kann, habe ich mir selbst beigebracht, wir waren nie in einer Musikschule“, berichtet Bouchta stolz. Rami, welcher auf einer Darbuka, einer Art Trommel, spielte, beherrscht das Instrument erst seit rund einem Jahr.

Das Auftreten vor Publikum stellt für beiden Marokkaner keinerlei Problem dar. Schon beim internationalen Studententag traten Rami und Bouchta mit ihrem Hochzeitslied auf. Wie jenen Auftritt hat der Deutschlehrer am Landesstudienkolleg, Juri Quirin, auch ihr Vorspiel am Montag vor den Musikschülern im Hofkapellensaal des Köthener Schlosses in die Wege geleitet.

„Für diesen Auftritt haben wir gar nicht geübt“, gestand Rami. „Wir konnten das Lied noch vom Studententag.“ Nach den Klängen von Darbuka und Geige boten die Musikschüler ihren Eltern und den Gästen aus Marokko ein kleines Konzert aus klassischen und modernen Stücken, gespielt auf Klavier und Gitarre. (mz)