Bedroht und Steine geworfenHochschule Anhalt: Rechte Angreifer attackieren Filmvorführung in Köthen
Köthen - Sieben bis acht Personen haben laut Polizeiangaben am Samstagabend eine Filmvorführung in Köthen gestört.
Wie Maik Strömer, Sprecher der Polizeidirektion Ost, mitteilt, können die Angreifer der rechten Szene zugeordnet werden und seien wegen politisch motivierter Kriminalität teilweise bereits polizeilich bekannt. Gegen 18.45 Uhr soll die Gruppe eine Vorführung des Films „Du weißt schon, wie in Rostock...“ im Mensakeller gestört haben.
Köthen: Besucher einer Filmvorführung bedroht und Info-Material beschädigt
Das Werk behandelt rechte Gewalt in Deutschland in den 1990er Jahren. Die Angreifer sollen die Anwesenden bedroht und Info-Material zerrissen haben. Dann sei es zu einem Handgemenge gekommen, in dessen Verlauf einer der Täter einem Anwesenden die Mütze vom Kopf geschlagen und diese mitgenommen haben soll. Die Polizei wurde verständigt.
Die Beamten hätten dann in der Nähe des Mensakellers eine Personengruppe festgestellt, sie durchsucht und die Identitäten der Anwesenden ermittelt, so Strömer weiter. Bei einem von ihnen sei die besagte Mütze gefunden worden.
Gegen die Beteiligten laufen Anzeigen wegen Bedrohung, Hausfriedensbruchs und Diebstahl. Die Personen blieben auf freien Fuß.
Köthen: Weiterer Angriff auf Filmvorführung kurze Zeit später
Wenig später folgte ein zweiter Vorfall. Gegen 20.45 Uhr versuchte jemand, die Eingangstür zum Vorführungsort mit einem Stein einzuwerfen. Dieser war laut Polizeiangaben etwa 20 mal 24 mal 28 Zentimeter groß. Da das aber nicht richtig funktioniert habe, hätten der oder die Täter dann die Frontscheibe eines in der nähe geparkten Autos eingeworfen.
Erneut wurde die Polizei verständigt. Die Beamten griffen in der Nähe drei Personen auf, die bereits beim ersten Vorfall des Abends in Erscheinung getreten waren. Es wurden Anzeigen wegen Sachbeschädigung und erneut wegen Hausfriedensbruchs gestellt.
Die Verdächtigen wurden nach einer Durchsuchung und der Feststellung ihrer Identitäten auf freien Fuß gesetzt. Die Ermittlungen laufen. Der polizeiliche Staatsschutz wurde eingeschaltet. (mz)