Störche in Schweinitz Störche in Schweinitz: Noch ohne Nachwuchs

Schweinitz - Als etwas augenzwinkernd gemeinte Einladung zum Thema Enkel hatte Familie Luschtinetz in der Schweinitzer Dammstraße das Storchennest auf ihrem Grundstück errichten lassen. Ob’s daran lag? Inzwischen freut sich Joachim Luschtinetz über vier Enkelkinder in der Familie.
Im Jahr 2014 war das, als das Nest als Angebot für die in der Fabelwelt Adebar genannten Großvögel auf einem alten Energiemast errichtet wurde. Die Feuerwehr hatte dabei geholfen und auch der Heimatverein Klossa, in persona Wilfried Globig, hatte dabei mitgeholfen. Joachim Luschtinetz stammt aus Klossa, wie er der MZ erzählt. Aktuell ist das Nest durch ein Storchenpaar besetzt, was die ganze Familie freut.
Allerdings, so erzählt Joachim Luschtinetz der MZ, kam das gefiederte Paar wohl zu spät, um noch Eier auszubrüten. Nun hoffen die menschlichen Gastgeber in der Nachbarschaft auf das kommende Jahr. Immerhin ist das Nest ja nun schon mal angenommen worden.
„Bevor wir das Nest aufgestellt haben, hatte ich alle Nachbarn befragt, ob sie etwas dagegen hätten“, so der Schweinitzer. Denn immerhin machen Störche sowohl Krach - nicht umsonst heißen sie im Volksmund auch Klapperstörche - als auch Dreck. Es komme auch vor, dass eines von beiden Tieren nicht auf dem Nest übernachtet, sondern auf einem der Dächer in der Nachbarschaft.
Anlass, den Storchenhorst auf dem Grundstück in der Dammstraße zu errichten war nicht nur der reine Wunsch der Familie. Sondern eher ein tragischer. Denn vor etlichen Jahren hatten Störche ihr Nest auf dem Schornstein der alten Apotheke errichtet. Das wurde dann Opfer eines Sturmes. In welchem Jahr vermochte Joachim Luschtinetz aus dem Kopf nicht zu sagen. Es könnte „Kyrill“ Anfang 2007 gewesen sein, antwortete er auf eine entsprechende MZ-Frage.
Familie Storch versuchte sich dann in den Folgejahren an einem Ersatzneubau, hatte sich dafür aber ausgerechnet den Schornstein der Feuerwehr ausgesucht. Das war wohl keine gute Wahl. In der Dammstraße entstand wie beschrieben das Alternativangebot, das nun seit Anfang Juli erstmals besetzt ist.
Einen der beiden Vögel hatte der Jessener Storchenexperte Peter Raschig Mitte Juni in Gehmen beobachtet. Dort hatte das Tier mit Nestbau und Paarung begonnen. Mit einem Beobachtungsfernrohr, einem Spektiv, gelang es Raschig, den Ring abzulesen. Der weist aus, dass der Vogel am 27. Juni 2015 in Lebien beringt worden ist. Ein Jahr später wurde der Storch in Kottewitz, Kreis Meißen, beobachtet. (mz)