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Holzschnitz-Hobby in Bergwitz Holzschnitz-Hobby in Bergwitz: Heavy Metal und Holz

Von July Wagner 17.03.2021, 12:20
Der 53-jährige Bergwitzer Steffen Swietek mit einigen seiner Kettensägearbeiten.
Der 53-jährige Bergwitzer Steffen Swietek mit einigen seiner Kettensägearbeiten. July Wagner

Bergwitz - Der Bergwitzsee, in der Nähe der Stadt Kemberg, ist ein beliebtes Ausflugsziel der Umgebung. Viele Erholungsuchende kommen entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad - das weiß auch der 53-jährige Bergwitzer, Steffen Swietek: „Ich wollte den Wanderern und Fahrradfahrern einfach eine Freude machen.“ Deshalb wandte er sich im vergangenen Jahr mit der Bitte, die Wege um den See gestalten zu dürfen, an die Kemberger Verwaltung. Wie sich nun zeigt, wurde diese erhört. Vom Bauhof bis zur Halbinsel, verwandelte Steffen Swietek einige Überreste von verschnittenen Bäumen in Holzfiguren – und das mit seiner Kettensäge.

In Tier- und Fabelwelt unterwegs

„Wenn ich im Wald Feuerholz sägen war, hatte ich oft noch ein wenig Zeit, als der Hänger bereits voll war“, erinnert sich der 53-Jährige zurück an seine ersten Versuche als Kettensägenkünstler: „Meistens sind dann Herzen, Pilze oder Eulen entstanden – damit fangen viele an.“ Mittlerweile versuche er sich jedoch an allem, was die Tier- und Fabelwelt so hergibt. „Ich bin auch ein großer Heavy Metal-Fan“, ergänzt Steffen Swietek: „Genau wie meine Freunde.“ Die würden sich deshalb immer über eine entsprechende Holzfigur freuen: „Ich verschenke gerne mal etwas – zum Geburtstag zum Beispiel.“

Dafür würde er dann ab und zu auch ein wenig Farbe verwenden, aber ansonsten würden die Figuren immer holzfarben bleiben: „Für Feinarbeiten benutze ich einen Winkelschleifer und um die Konturen etwas hervorzuheben, einen Brenner.“ Knapp 90 Prozent der Arbeit, würde er jedoch mit der Kettensäge machen. Zum Schluss käme noch eine Schutzglasur zum Einsatz: „Insgesamt brauche ich für eine Figur bestimmt drei bis vier Stunden.“ Das käme allerdings auch immer auf die Art sowie Größe des Holzes an: „Ideal ist ein Stamm von ungefähr einem Meter.“

Mittlerweile wären schon viele auf Steffen Swieteks Holzfiguren aufmerksam geworden. Vielleicht auch, weil es in seinem Garten nur so von ihnen wimmelt: „Das sind bestimmt 40 oder 50 Stück.“ Ab und zu hätte er auch schon mal eine seiner Figuren an begeisterte Spaziergänger weggegeben. Doch zum Beruf, möchte Steffen Swietek sein Hobby nicht machen.

 „Ich möchte mir einfach den Spaß daran erhalten“, erklärt er: „Und da ich als Lüftungsmonteur früh unterwegs bin, habe ich nachmittags genügend Zeit.“ So würden pro Woche schon mal ein bis zwei neue Figuren entstehen, die er dann auf seinem Instagram-Account zeigt: „Da kann man aber auch viel lernen – ich hole mir gerne von anderen Künstlern Inspiration oder versuche etwas genauso hinzubekommen wie sie.“

Denn das wäre jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung, der sich Steffen Swietek gerne stellt. „Freitag ist dann meistens Sägetag – da fahre ich in den Wald, um neues Holz zu holen.“ Doch dieser wöchentliche Ausflug bedeutet für ihn auch noch etwas ganz anderes: Entspannung. „Ich bin gerne in der Natur – da kann ich einfach mal runterfahren“, erklärt der 53-Jährige.

Künstler bekommt Bildergrüße

Ob beim „Kartoffelrock“ in Selbitz oder bei der Adventsausstellung im Hofgestüt Bleesern, Steffen Swietek durfte schon einige seiner Werke ausstellen. Auch im Bergwitzer Naturlehrgarten, auf dem Campingplatz oder dem Sportplatz findet man, neben Figuren anderer Künstler, auch seine Arbeiten.

„Ich bekomme öfter auf Instagram oder Facebook Bilder von meinen Figuren geschickt – das ist wirklich schön“, meint Swietek: „Das ist einfach Balsam für die Seele, wenn sich die Leute so darüber freuen.“ Und genau aus diesem Grund sollen bald noch weitere Figuren am Bergwitzsee zu finden sein. (mz)