Ausstellung im Kunstzuckerhut

Fotograf Sebastian König entdeckt Hettstedt neu: „Das war wie eine kleine Zeitreise für mich gewesen“

Von Tina Edler
Sebastian König stellt noch bis 2. Juli seine Fotografien über Hettstedt im Kunstzuckerhut aus.
Sebastian König stellt noch bis 2. Juli seine Fotografien über Hettstedt im Kunstzuckerhut aus. (Foto: Jürgen Lukaschek)

Hettstedt - Alles begann mit einem Technikwechsel bei den Kameras. „Ich habe im letzten Jahr von Spiegelreflex auf digital umgestellt“, erzählt Sebastian König. Um die „Neue“ besser kennenzulernen, zieht der gebürtige Hettstedter durch den Heimatort und knipst, was ihm vor die Linse kommt. Am Ende hat er rund 500 Motive zusammen. „Und 23 davon hängen hier im Kunstzuckerhut“, sagt König beim Blick in die Ausstellungsräume.

Fototour durch Hettstedt

Unter dem Titel „Unsere Stadt zwischen Vergangenheit und Gegenwart“ ist die Ausstellung noch bis zum 2. Juli zu besichtigen und zeigt klassische Wahrzeichen der Stadt, alte Gebäude oder versteckte Winkel und Ansichten. Dabei habe er Motive gewählt, die einen Wiedererkennungswert haben und „die Leute beim Spaziergang selbst so sehen würden“, sagt König. Der Part der Vergangenheit im Titel ist außerdem auch auf die Erinnerungen des Künstlers selbst gemünzt.

„Das war wie eine kleine Zeitreise für mich gewesen. Ich bin in Ecken gekommen, in denen ich seit Jahren nicht mehr war“, sagt König. Manches habe sich verändert, an anderen Stellen wiederum sei die Zeit fast stehengeblieben und die Häuser „sehen noch aus wie damals“. Besonders hervorgestochen sei während der fast zehnmonatigen Fototour, wie grün Hettstedt doch ist, bemerkt König. „Das ist auf manchen Bildern sehr deutlich zu sehen. Teilweise ist die Hälfte dort mit Grün gefüllt“, sagt er.

Nächste Ausstellungen im Kunstzuckerhut in Planung

Seit zwei Jahren fotografiert der 35-Jährige nun schon privat. An der Kamera selbst ist er aber bereits länger aktiv. Denn als Unfallgutachter ist er seit fünf Jahren für die Dekra im Einsatz und hält Schäden an Fahrzeugen mit der Kamera fest. Zuvor hat der gelernte Fahrzeugtechniker als Renningenieur im Motorsport gearbeitet, wie er erzählt. Außerdem fotografiert er im Auftrag von Hotels oder Restaurants deren Angebote und Unterkünfte. Die Ausstellung im Kunstzuckerhut ist seine erste und soll nicht die letzte bleiben. „Das macht Spaß und ich würde das gerne weiter verfolgen“, sagt König. Dabei könne er sich vorstellen, auch Ausstellungen nur zu einem speziellen Thema zu machen oder in anderen Einrichtungen, etwa in Kunsthäusern in Halle, auszustellen.

Nach der aktuellen Ausstellung von Sebastian König im Kunstzuckerhut steht bereits die nächste Künstlerin in den Startlöchern. Ab 4. Juli stellt Eva Hennecke aus dem südniedersächsischen Einbeck unter dem Titel „Alles für die Katz’ - über Mitbewohner und andere Tiere“ ihre Arbeiten in Hettstedt vor. Basis all ihrer Werke ist die Arbeit mit der Zeichenfeder, die hauptsächlich aus Linien und Schraffuren besteht.

›› Die Ausstellung von Sebastian König ist dienstags bis samstags unter telefonischer Voranmeldung 10 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos, um Spenden wird gebeten. Kontakt zum Kunstzucker unter: 03476/201648 (mz)