Ausgewandert nach Estland Der Hettstedter Martin Schröder erlebt, wie die Nähe zu Russland ein Land verändert
Bedrohung durch Russland? In Deutschland scheinen solche Überlegungen oft fern. Anders ist es in Estland. Dort lebt seit zehn Jahren der gebürtige Hettstedter Martin Schröder. Der MZ erzählt der Reiseführer über den Alltag in einem Land, das sich nicht einschüchtern lassen will.

Es ist frostig in der Altstadt von Tallinn. Spitze Türme ragen aus der Stadtkulisse heraus, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Über den Rathausplatz eilen ein paar Passanten. In der Mitte stehen noch einige geschmückte Nadelbäume – die Reste des Advents. „Tallinn ist für seinen Weihnachtsmarkt berühmt“, sagt Martin Schröder, der auf dem Kopfsteinpflaster der Altstadt kurz angehalten hat. „Früher, vor den Sanktionen, kamen deswegen viele Russen hierher – den ganzen Winter über.“
