Von der Osttangente bis zur Burgbrücke

Von der Osttangente bis zur Burgbrücke: Das sind Halles Großbaustellen 2018

Halle (Saale) - Vor 20 Jahren war der Spatenstich der Osttangente, Ende 2018 könnte die Freigabe sein. Warum die Trasse so wichtig ist und welche Großbaustellen noch anstehen.

Von Dirk Skrzypczak 22.01.2018, 12:02

Die Luft in Sachsen-Anhalts Städten ist sauberer geworden, auch in Halle. Das sagt das Landesamt für Umweltschutz. Sorgenkind bleibt aber die Paracelsusstraße.

Dort ist die Stickoxid-Belastung von 2016 auf 2017 im Jahresdurchschnitt zwar von 46 auf 43 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gesunken. Allerdings liegen die Messwerte damit nach wie vor über dem erlaubten Grenzwert von 40 Mikrogramm im Jahresmittel.

Aus diesem Grund hatte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) am 29. November vor dem Verwaltungsgericht in Halle Klage gegen das Umweltministerium Sachsen-Anhalts eingereicht. Die DUH will aufgrund der Gesundheitsgefährdung (Stickoxide können Krebserkrankungen auslösen) für Halle ein Fahrverbot für ältere Dieselmodelle erzwingen.

Bau der Osttangente soll Halles Innenstadt entlasten - Dieselverbot nicht mehr notwendig?

Umso wichtiger wird für die Stadt der Lückenschluss der Osttangente, offiziell heißt sie Haupterschließungsstraße Halle-Ost. Knapp drei Kilometer fehlen noch zwischen der Delitzscher Straße bei Büschdorf und der B 100. Sachsen-Anhalts Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) sieht in einer vollendeten Osttangente, der Europachaussee, jedenfalls den Schlüssel zur Luftreinhaltung vor allem in der Paracelsusstraße. „Mit der Eröffnung wird die Innenstadt vom Verkehr entlastet und die Belastung sinkt“, sagte sie der MZ.

Und damit erübrige sich auch ein Verbot für Dieselfahrzeuge in Halle, die nicht die strenge Euro-6-Norm erfüllen. „Das ist aus meiner Sicht nicht erforderlich.“ Aber entscheidend sei natürlich, dass die Stickoxid-Belastung sinke, „das ist wichtig für die Einwohner in Halle.“

Halle (Saale) baut seit 20 Jahren an der Osttangente: Wann ist sie fertig?

Seit nunmehr 20 Jahren baut Halle mit Unterbrechungen an der Osttangente. 33,5 Millionen Euro werden in den letzten Abschnitt investiert. „Seit 2017 ist das Teilstück zwischen der Delitzscher Straße und der Berliner Straße im Bau. Jetzt im Januar haben die Arbeiten auch zwischen der Berliner Straße und der B 100 angefangen“, sagt der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Uwe Stäglin.

Die Brücken, die zur Querung der Gleisanlagen der Bahn und der Berliner Straße benötigt werden, sind fertig. Die Brücke über die B 100 folgt im ersten Halbjahr 2018. Die wichtigste Frage: Ab wann ist die dann acht Kilometer lange Osttangente durchgängig befahrbar? „Wir rechnen mit der Fertigstellung bis Ende 2018“, sagt Stäglin.

Diese Baustellen erwarten Autofahrer in Halle (Saale) außerdem

Es ist nicht das einzige Großprojekt in Sachen Straßenbau für 2018 im Stadtgebiet. Abgesehen von den Aktivitäten der Havag (Stadtbahnprogramm, Fluthilfe) in die Infrastruktur der Verkehrswege kündigt die Stadt weitere Baustellen an. In der Klaustorvorstadt werden laut Stäglin die Anker- und die Pfälzer Straße für 2,7 Millionen Euro saniert. Die Arbeiten ziehen sich bis Ende 2019 hin. Auch in der Thomasiusstraße soll der grundhafte Ausbau fortgesetzt werden - 3,5 Millionen Euro wird das kosten.

Bauarbeiten in Halle (Saale): Drei Brücken werden neu

Hallenser und Pendler müssen damit auch 2018 baustellenbedingt mit Umleitungen und Beeinträchtigungen leben. Das gilt ebenso bei der Sanierung oder dem Neubau von drei Brücken. Da wäre zum einen die Brücke an der Moritzburg über den Mühlgraben. Das Bauwerk stammt von 1898, der letzte große Eingriff liegt 52 Jahre zurück.

„Wir müssen die Brücke instand setzen. Die Fahrbahnplatte und die Stahllängsträger werden erneuert. Natürlich werden wir die Belange des Denkmalschutzes beachten“, sagt Stäglin. 1,8 Millionen Euro will Halle investieren. Von Februar bis August wird voraussichtlich gebaut. Die Brücke wird in dieser Zeit voll gesperrt.

Apropos Mühlgraben. Was wohl nur die wenigsten bemerken: Auch auf der Abfahrt von der Hochstraße zum Glauchaer Platz gibt es eine Brücke über das Gewässer. Sie soll durch ein neues Bauwerk ersetzt werden. Die Arbeiten beginnen noch im Januar und werden wohl bis Ende November 2018 dauern. 2,3 Millionen Euro kostet die neue Brücke. Die Stadt will halbseitig bauen und so den Verkehr aufrechterhalten. Und noch eine neue Brücke wird Halle bekommen: Zwischen Osendorf und Burg wird die Elsterbrücke in der Straße „Zum Burgholz“ erneuert. Die Kosten liegen bei 1,4 Millionen Euro. Für den Verkehr wird eine Behelfsbrücke errichtet.

››Umleitungen sind im Baustellenkalender auf der Homepage der Stadt dargestellt.

(mz)