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Erinnerungen Nachkriegszeit Unglaublicher Zufall: Wie ein Hallenser seinen Vater nach einem Jahrzehnt wieder in die Arme schloss

Dieter Marcus verlor seinen jüdischen Vater in den Wirren der NS-Zeit. Dass er ihn wiederfand, ist eine berührende Geschichte, die bis in die USA führt.

Von Susann Mertz 10.01.2026, 07:30
Dieter Marcus wurde 1932 als Sohn eines jüdischen Rechtsanwalts in Halle geboren. Die Familie überlebte das Grauen des Nationalsozialismus und begann ein neues Leben in den USA.
Dieter Marcus wurde 1932 als Sohn eines jüdischen Rechtsanwalts in Halle geboren. Die Familie überlebte das Grauen des Nationalsozialismus und begann ein neues Leben in den USA. Zeit-Geschichte e.V.

Halle/MZ - Halle, 1945. Die Straßen sind noch vom Krieg gezeichnet, der gerade beendet wurde. Ein Bajonett fliegt durch die Luft. Tschakk. Es landet gezielt in einem halb kaputten Holzzaun. Ein Junge sitzt an der Straßenecke und schaut schüchtern, aber fasziniert zu den Soldaten rüber. „Boy, you wanna try?“, etwas verdutzt realisiert der 13-jährige Dieter Marcus, dass der US-Soldat ihn meint und ihm anbietet, mitzumachen. Der Junge wirft. Doch das schwere Bajonett schafft nicht einmal die Hälfte des Weges und landet im Dreck. Der Soldat lächelt und nimmt das Messer lieber wieder an sich. Ein Gespräch beginnt.