Sportler trauern um Gottschalk

Sportler trauern um Gottschalk: Langjährige Präsident des BSSA ist gestorben

Halle (Saale) - Klaus Gottschalk war nicht nur ein geradliniger und zielstrebiger Mensch. Er konnte auch ungemein humorvoll sein. Und er hatte das rhetorische Talent, Gesprächsteilnehmer mit seinen Geschichten zu fesseln. „Wenn wir nach langen Tagungen ausgelaugt gewesen sind, dann hat er spannende Episoden aus seinem Leben erzählt. Etwa die, als er im Höhentrainingslager in Bulgarien vor einem Bären stand“, sagt Andrea Holz, Geschäftsführerin des Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes ...

Von Dirk Skrzypczak 04.02.2021, 14:00

Klaus Gottschalk war nicht nur ein geradliniger und zielstrebiger Mensch. Er konnte auch ungemein humorvoll sein. Und er hatte das rhetorische Talent, Gesprächsteilnehmer mit seinen Geschichten zu fesseln. „Wenn wir nach langen Tagungen ausgelaugt gewesen sind, dann hat er spannende Episoden aus seinem Leben erzählt. Etwa die, als er im Höhentrainingslager in Bulgarien vor einem Bären stand“, sagt Andrea Holz, Geschäftsführerin des Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes (BSSA).

Klaus Gottschalk war von der DHfK in Leipzig an die Universität nach Halle gewechselt

Im Alter von 83 Jahren war der langjährige Präsident des BSSA und anerkannte Sportmediziner kurz vor dem Jahreswechsel gestorben. „Wir haben mit großer Bestürzung die traurige Nachricht von seinem Tod erhalten. Er behält seinen Platz in unseren Herzen“, heißt es in einer Reaktion des Sportverbandes.

Andrea Holz kannte den Professor seit Jahrzehnten. Und sie war es auch, die Gottschalk in einer Nacht- und Nebelaktion für das Ehrenamt begeistern konnte. 1987 war der Sportmediziner von der DHfK in Leipzig an die Universität nach Halle gewechselt. Der Behindertensport fristete zu dieser Zeit ein Schattendasein. Die Verbandsgründung 1990 sollte das ändern. „Allerdings ist eine Woche vor der Wahl unser damaliger Favorit für das Präsidentenamt abgesprungen.

Von 1992 bis 1998 war Gottschalk zudem Präsident des Landessportbundes

In meiner Not hatte ich Professor Gottschalk aus einer Vorlesung geholt und ihn gebeten, den Posten zu übernehmen“, erzählt Andrea Holz. Nach einer Nacht Bedenkzeit sagte Gottschalk zu. Er war ein Glücksfall für den jungen BSSA, loben Weggefährten. Von 20 Vereinen mit 1.200 Mitgliedern bauten Gottschalk und sein Team den BSSA zum drittgrößten Sportverband im Land aus - mit knapp 30.000 Mitgliedern. Es sei Gottschalks Verdienst gewesen, dass der Behindertensport ein Gesicht bekam.

Von 1992 bis 1998 war Gottschalk zudem Präsident des Landessportbundes. 1996 war der nimmermüde Funktionär maßgeblich an der Gründung des Vereins zur Förderung des Behinderten- und Rehabilitationssports beteiligt. Als es im LSB allerdings knirschte und Gottschalk ging, stellte er sich 1998 auch nicht zur Wiederwahl im BSSA - der „seinem“ Präsidenten stets die Treue hielt. Der Wahl-Hallenser blieb Ehrenpräsident. Sein Rat und Fachverstand waren bis zuletzt gefragt. (mz)